Franz Grüter (CEO green.ch) zur Wettbewerbs-Situation bei Rechenzentren

Von helmuth.fuchs - 15:40

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Franz Grüter

Franz Grüter, CEO green.ch (Bild: Green.ch)

Von Helmuth Fuchs

Moneycab: In der Schweiz schiessen Rechenzentren fast wie Pilze aus dem Boden. Sie haben gerade mit Green das grösste Rechenzentrum der Schweiz (über 7’000 m2) eröffnet. Wie gross ist der Anteil von ausländischen Kunden und wie konkurrenzfähig ist die Schweiz im internationalen Wettbewerb bei den Rechenzentren?

Franz Grüter: Das neue greenDatacenter ist tatsächlich mit 7’265 m2 nutzbarer Fläche das grösste kommerzielle Rechenzentrum der Schweiz. Es ist gleichzeitig auch das grösste mit Gleichstrom versorgte Rechenzentrum der Welt.

Die Frage nach dem Anteil der ausländischen Kunden lässt sich leider nicht so einfach beantworten. Was bestimmt, ob ein Kunde ausländisch ist? Der Firmensitz, der Wohnsitz der Besitzer oder das Gebiet der operativen Tätigkeit? ABB hat seinen Hauptsitz in der Schweiz, betreut aber Kunden weltweit mit Hilfe der IT-Infrastrukturen im greenDatacenter. AppRiver ist ein US-amerikanisches Unternehmen, hat aber seinen Europahauptsitz wegen unseres Rechenzentrums in der Schweiz. Ich würde sagen, der Anteil der rein schweizerischen Kunden beläuft sich auf etwa die Hälfte.

„Die Bestrebungen nach stärkerer staatlicher Überwachung und die Gefahr höherer Strompreise sind aus unserer Warte beunruhigend.“ Franz Grüter, CEO green.ch

Die Schweiz hat alle nur erdenklichen Standortvorteile im internationalen Wettbewerb um Rechenzentren, allen voran eine zentrale geografische Lage und politische Stabilität. Dazu zählen auch eine gute und bezahlbare Energieinfrastruktur, hervorragend ausgebildete Fachkräfte sowie die strikte Datenschutzgesetzgebung. Schweizer Qualität hat seinen Preis, den seriöse internationale Kunden aber ob all der Vorteile zu zahlen bereit sind. Damit wir auch in Zukunft als Datacenter-Standort international attraktiv sind, müssen wir zu diesen Standortvorteilen Sorge tragen. Insbesondere die Bestrebungen nach stärkerer staatlicher Überwachung und die Gefahr höherer Strompreise sind aus unserer Warte beunruhigend.

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