Stauanlage Mühleberg am Wohlensee. (Bild: ENSI)
Bern – Die BKW FMB Energie AG (BKW) hat beim Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA) das Baugesuch für die Instandhaltungsarbeiten am Wasserkraftwerk Mühleberg (WKW) eingereicht. Die Standfestigkeit der Stauanlage Mühleberg entspricht bereits heute gemäss gültiger Richtlinie für Stauanlagen den gegenwärtigen Erdbebengefährdungsannahmen.
Die BKW möchte mit ihren Arbeiten im Sinne ihrer “safety-first”-Politik die Sicherheit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus weiter erhöhen. Die Arbeiten erfolgen auch mit Blick auf die Neukonzessionierung des WKW Mühleberg im Jahre 2017 und führen mit vertretbarem Aufwand zu einer weiteren Erhöhung der Sicherheit des Kernkraftwerks Mühleberg (KKM).
Siebenmonatige Bauzeit vorgesehen
Bereits im März 2012 hatte die BKW ihre Absicht, am WKW Mühleberg Instandhaltungsarbeiten durchzuführen, angekündigt. Die BKW hat heute nun beim AWA das entsprechende Gesuch eingereicht. Die Instandhaltungsarbeiten sehen konkret eine Verstärkung des Untergrunds unterhalb der Stauanlage durch 18 Meter lange Bohrpfähle vor. Die BKW wird ihre rund sieben Monate andauernden Arbeiten mit dem Vorliegen der Baubewilligung ohne Verzug aufnehmen. Die Kosten für deren Realisierung belaufen sich auf rund 12 Mio. CHF. (BKW/ots/mc/ps)


Das Projekt sieht Bohrpfähle D=1,5 m vor, welche den Fuss der Bodenplatte der Gewichtsmauer durchdringen. Dadurch wird etwa die Hälfte des unarmierten Gewichtsmauerfusses im gleichen Querschnitt durchlöchert Emmentalerkäse). Dadurch wird der Biegewiderstand der Mauer halbiert und eine neue Sollbruchstelle bezüglich Kippen verursacht, welche bergwärts verschoben ist gegenüber dem heutigen Zustand. Der Hebelarm der stabilisierenden Biegemomente wird also reduziert. Bei voll gerechnetem Auftrieb unter dem Mauerfuss (Vorschrift ohne genaue bis heute fehlenden Messungen desselben) und einem für die Schweiz möglichen Erdbeben würde die Wehr-Mauer somit kippen. Es wird mit den vorgesehenen Pfählen nur die Gleitsicherheit unbedeutend erhöht. Die heute schon prekäre Kippsicherheit wird jedoch noch reduziert. Das an sich notwendige Projekt muss unbedingt noch nachgebessert werden. Das müsste in der Baubewilligung verlangt werden. Die entsprechenden statischen Berechnungen müssen als Beweis der Seriosität des Bauvorhabens den Medien offengelegt werden.