Swiss: Neues Tarifsystem in Europa – Picknick an Bord erlaubt

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Mit einem neuen, ab sofort gültigen Tarifsystem will Swiss auf den europäischen Destinationen verloren gegangene Marktanteile zurückholen. Die Preise sind nun „konkurrenzfähig“, aber Getränke und Snacks kosten in der Economy-Klasse künftig extra.

Von David Strohm


Ab heute können bei der Swiss Tickets unter dem Label „Swiss in Europe“ gekauft werden.(pd)
Per sofort senkt die Swiss die Preise für Flüge nach 41 Destinationen. Mit diesem Befreiungsschlag will die Schweizer Fluggesellschaft den Herausforderungen durch die Billig-Airlines begegnen. Wer über das Internet bucht, kann je nach Tageszeit und Auslastung Tickets zu Tarifen erwerben, die vergleichbar sind mit denn von Easy Jet, Air Berlin oder Germanwings. Am Donnerstag stellte ein Team unter Verkaufschef Bill Meaney die Neuerungen bei den Kurzstreckenflügen im Detail vor.

Lunchpaket im Rucksack
Neben der Preisreduktion betrifft die auffälligste Änderung das Verpflegungskonzept. Auf Flügen bis zu 70 Minuten erhalten Fluggäste künftig an Bord überhaut keine die Verpflegung mehr. Wer Hunger und Durst hat, muss sich bereits vor dem Einsteigen an den Flughäfen seinen Snack kaufen. Auf längeren Strecken verkauft die Crew Getränke und Sandwiches am Platz. Auch wenn es nicht gerne gesehen wird: Wer mag, darf sein eigenes Lunchpaket mitbringen. In einer Übergangsphase, die am Donnerstagmorgen begonnen hat, wird die Verpflegung in der Economy-Klasse noch bis Ende September kostenlos offeriert.


Bill Meaney, Chief Commercial Officer der Swiss
40 Millionen Mehrumsatz
Dank anderer Vorzüge, wie Meilensammeln, günstige Flugzeiten und city-nahe Flughäfen hoffen die Swiss-Verantwortlichen, die in der Vergangenheit verlorenen gegangenen Marktanteile zurückholen zu können. Nach Zielen, die auch von den „Low Cost Carriers“ angeboten werden, hat Swiss die Retourpreise auf netto unter 100 Franken gesenkt. Dank höherer Auslastung in den Flugzeugen soll netto dennoch ein Mehrumsatz von über 40 Millionen Franken pro Jahr herausschauen Bill Meaney stellte aber klar, dass die Swiss auch in Zukunft „kein Billig-Carrier“ wird.

Weniger Transferpassagiere
Günstigere Tarife bietet Swiss auch in der Business Class an. „Wir wollen damit die Geschäftsleute in der besseren Klasse halten“, sagte Martin Isler, Leiter Netzwerk und Strategie, mit Blick auf die zunehmende Abwanderung aus der Business- in die Touristenklasse. In der Economy-Klasse will Swiss die Zahl der Transferpassagiere, die aufgrund tiefer Preise mit für den Verlust im Europageschäft verantwortlich gemacht werden, von heute 45 auf 32 Prozent senken. Das bereits abgespeckte Langstreckenangebot bleibt unverändert.

Hin- und Rückflug in verschiedenen Klassen möglich
Verkaufschef Bill Meaney, der sich nicht zu Spekulationen zu einem baldigen Beitritt der Swiss zu einer Allianz äussern wollte, hofft mit dem neuen Europakonzept, diesen für die Swiss wichtigen Geschäftsbereich bis 2005 wieder profitabel zu machen. Meaney sagte, die Kostensenkungen seien keineswegs zu Ende. Die Swiss müsse sich voll auf das Kostenniveau der Konkurrenz herunterbegeben. Die Massnahmen sollen zusammen netto rund 100 Millionen Franken pro Jahr bringen, so Meaney.

Auch im Alleinang
Die neuen Tarife, die mit einem Zuschlag von 25 Franken auch in den Reisebüros und über Telefon gebucht werden können, gelten weiterhin nur für Hin- und Rückflug. Beworben wird das System aber mit dem Preis für eine Strecke und ohne die zum Teil happigen Taxen. Sowohl Preis- als auch Verpflegungssystem sind im Übrigen so ausgelegt, dass sie auch bei einem allfälligen Beitritt der Swiss zu einer der beiden zur Diskussion stehenden Allianzen beibehalten werden kann.

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