Zürich und die Genferseeregion sind die Hotspots der Jungunternehmer

Von moneycab - 16:00

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(lassedesignen - Fotolia.com)

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Zürich – Der Zenit bei Neugründungen ist vorerst erreicht. 2015 sank die Zahl der neu ins Schweizer Handelsregister eingetragenen Unternehmen mit 41’034 erstmals wieder nach zwei Jahren. Obenauf schwingen bei den Neugründern der Kanton Zürich und die Genferseeregion. Dies zeigt die jüngste Erhebung, der auf Online-Firmengründungen spezialisierten STARTUPS.CH.

Die Konjunktur gibt den Takt vor. Das gilt auch für Jungunternehmer und solche, die es werden wollen. Mit dem Nachlassen des Wirtschaftswachstums – mit eine Folge der abrupten Frankenaufwertung vom Januar 2015 – ging in der Schweiz auch die Zahl an Neugründungen zurück. Im vergangenen Jahr wurden 41’034 Unternehmen neu ins Handelsregister eingetragen (-1,3% gegenüber dem Vorjahr). Damit verharrt die Anzahl an Neugründungen aber noch immer auf hohem Niveau, wurde 2013 doch erstmals die 40’000-Marke geknackt.

Der starke Schweizer Franken machte den bestehenden Jungunternehmen allerdings weniger direkt, als vielmehr gesamtwirtschaftlich zu schaffen. Gemäss einer Umfrage des Schweizerischen Instituts für Klein- und Mittelunternehmen der Universität St. Gallen und STARTUPS.CH hat die Aufhebung des Euro-Mindestkurses für 65 Prozent der befragten Gründer keine Auswirkungen gehabt. Für jene allerdings, die den Schritt in die Selbständigkeit erwägt hatten, dürften die unsicherere Wirtschaftslage entsprechend zu vermehrter Zurückhaltung geführt haben.

Wo Hochschulen sind, sind Jungunternehmer
Zwei Regionen schwingen bei Jungunternehmern auch 2015 obenauf: Zürich und die Genferseeregion. Während der Kanton Zürich im vergangenen Jahr 7336 Neueintragungen verzeichnete, rückten die Kantone Waadt und Genf mit 3740 bzw. 3333 zusammen gerechnet zu Zürich auf. „Mit ein Grund für das gute ‚Start-up-Klima‘ dürfte die Nähe zu Universitäten und Hochschulen wie der ETH Zürich bzw. ETH Lausanne sein. Viele Jungunternehmer stammen aus diesem Umfeld“, erklärt Walter Regli, CEO STARTUPS.CH. Den letztjährigen STARTUPS.CH-Award für die beste Geschäftsidee gewann beispielsweise ein Team, das aus der ETH Lausanne hervorgegangen ist.

Franzosen und Italiener suchen ihr Glück in der Romandie und im Tessin
Die Westschweiz profitiert zudem von der Nähe zu Frankreich, wo im Vergleich zur Schweiz, die Arbeitslosenquote deutlich höher und die Unsicherheit entsprechend stärker ist. Viele Franzosen suchen deshalb ihr Glück mit der Selbstständigkeit in der Schweiz. Wie von STARTUPS.CH erhobene Daten zeigen, nahm die Zahl der französischen Staatsbürger, die über STARTUPS.CH ein Unternehmen gründeten, um 168 Prozent zu. Analog spielt der Mechanismus für den Kanton Tessin. Zwar sank die Zahl der Neueintragungen um 12,7 Prozent auf 2783. Mit einem Plus von 55 Prozent stieg jene der italienischen Staatsbürger, die STARTUPS.CH als Gründerplattform nutzten, aber ebenfalls deutlich.

St. Gallen verdrängt Zug
Auch ein attraktives Steuerumfeld sorgt für den Zuzug von Jungunternehmen. Als der Kanton Luzern per Anfang 2012 die Steuern für Unternehmen halbierte, war der „Andrang“ entsprechend gross. Inzwischen hat die Wirkung nachgelassen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Neueintragungen um 1,2 Prozent auf 1886. Der Kanton St. Gallen ist in der Deutschschweiz dagegen auf dem Vormarsch mit 2139 Neueintragungen und zieht am über die Grenzen hinaus bekannten Steuerparadies Zug vorbei (1860). „Dies dürfte auf das gute Umfeld für Jungunternehmer in der Region St. Gallen zurückzuführen sein. In St. Gallen gibt es einige Organisationen, die das Jungunternehmertum stark fördern. Hinzu kommen, wie in Zürich und der Genferseeregion, hervorragende Ausbildungsstätten, die für ein gutes ‚Start-up-Klima‘ sorgen“, erklärt Walter Regli.

Wer im Markt besteht
Die beliebteste Rechtsform für Neugründungen ist nach wie vor die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Auf Basis der eigenen Datenbank von STARTUPS.CH zeigt sich, dass die meisten Unternehmen auch 2015 als GmbH oder Einzelunternehmen eingetragen wurden (37,4 bzw. 32,4%). Auf Aktiengesellschaften fallen 21,4 Prozent. „Eine GmbH ist für Jungunternehmer deshalb attraktiv, weil die Haftung beschränkt und damit das Risiko kalkulierbar ist. Bei der Einzelfirma spielt eine Rolle, dass die Pensionskasse für die Umsetzung der Geschäftsidee bezogen werden kann, und dass man eine Einzelfirma schnell und einfach gegründet hat, um die eigene Geschäftsidee mal auszuprobieren, denn Geschäftsideen gibt es viele“, erläutert Regli.

Die Gründung ist das eine, im Markt zu bestehen das andere. Die Studie des Schweizerischen Instituts für Klein- und Mittelunternehmen der Universität St. Gallen und STARTUPS.CH ergab, dass 82 Prozent der Jungunternehmen, die Spezialisten beiziehen, nach fünf oder mehr Jahren noch immer aktiv sind. Ohne Hilfe schafft es dagegen nur die Hälfte. Der Faktor Beratung wird auch künftig für den Erfolg entscheidend sein, denn das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld bleibt schwierig. (STARTUPS.CH/mc)

STARTUPS.CH

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