EFG sieht Finanzierung der BSI-Übernahme gesichert

Von moneycab - 16:20

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Joachim Strähle

Joachim Strähle, CEO EFG International.

Zürich – Die Privatbanken-Gruppe EFG International kommt im Prozess zur Integration der Tessiner BSI voran. So hat sich das Institut entschieden die IT-Plattform der BSI auf die Temenos-Plattform der EFG zu migrieren. Zudem wurde eruiert, in welchen Geschäften es Überlappungen gibt, und die Finanzierung der Transaktion ist gesichert. Das Management sieht sich bezüglich Zeitplan der Akquisition auf Kurs.

Bekanntlich übernimmt die EFG International die Tessiner Privatbank BSI. Erste Details zur Transaktion veröffentlichte das Zürcher Institut bereits am 22. Januar. Anlässlich einer Telefonkonferenz gab das Management am Donnerstag weitere Details dazu bekannt.

Zum einen entschied die Unternehmensleitung, die IT-Plattform der BSI auf jene der EFG zu migrieren. Dadurch liessen sich 100 Mio CHF einsparen, sagte Giorgio Pradelli, Deputy CEO & CFO von EFG. Ausschlaggebend für diesen Entscheid gewesen sei unter anderem, dass die EFG-Plattform kostengünstiger sei als jene der BSI, zudem sei sie skalierbarer und unabhängig.

Nichtstrategische Geschäfte sollen definiert werden
Die erwarteten Kosteneinsparungen im Bereich Infrastruktur stellen den Löwenanteil in den bereits früher avisierten Synergien im Umfang von 185 Mio CHF bis 2019, was etwa 15% der derzeitigen kombinierten Kostenbasis entspricht. Weitere Synergien von rund 27 Mio CHF sollen sich durch die Vereinfachung der Unternehmensstruktur ergeben, 21 Mio durch Effizienzsteigerungen bei den Frontaktivitäten und 28 Mio sollen durch die Zentralisierung der Prozesse und anderer Einsparungen erzielt werden.

Neben der Infrastruktur sieht das Management Kostensynergien bei überlappenden Geschäften in den geografischen Kerngebieten sowie in der Optimierung der Aktivitäten durch Abtrennung nicht strategischer Geschäfte oder suboptimaler Niederlassungen. Von welchen nichtstrategischen Geschäften sich das Institut trennen könnte, wollte CEO Joachim Strähle nicht nennen. Das Führungsteam, welches die Integration leite, sei daran, dies zu eruieren. Resultate würden erst nach Abschluss der Transaktion bekannt gegeben.

Ob die Eliminierung der Überlappungen mit einem Stellenabbau verbunden sein wird, wollte das Management nicht sagen. Klar sei aber auch, dass man weiterhin Kundenberater einstellen wolle, sagte Strähle.

Personalkosten von 30 Mio
In die Integrationskosten der Transaktion von insgesamt 200 Mio CHF seien rund 30 Mio personalbezogene Kosten für den im vergangenen November angekündigten Stellenabbau eingerechnet, ergänzte der CFO. Von den 200 Mio sollen rund 35% im laufenden Jahr, 50% im kommenden und 15% im 2018 anfallen. Die Transaktion soll sich 2018 positiv und im 2019 in einem zweistellig prozentualen Zuwachs auf den Gewinn pro Aktien niederschlagen.

Das Institut rechnet mit einem Ertragsrückgang von 15 Mio jährlich durch den Exit von Geschäften und in diesem Zusammenhang mit einem potenziellen Rückgang des Gewinns vor Steuern um 60 bis 105 Mio CHF. Zudem kalkuliert es mit einer potenziellen Abflussrate von rund 5 bis 10% der verwalteten kombinierten Vermögen. „Dabei haben wir konservative Annahmen zu Grund gelegt, in denen wir kein Wachstum und keine Kostenreduktionen eingerechnet haben“, sagte Pradelli weiter.

Gesichert sei ausserdem die Finanzierung, sagte CEO Strähle weiter. Genauere Details dazu würden zusammen mit der Einladung zur Generalversammlung verschickt. Bekannt ist bisher, dass die Transaktion mithilfe einer Kapitalbeschaffung im zweiten Quartal von insgesamt 750 Mio CHF durch ein Bezugsrechtsangebot in Höhe von 500 Mio CHF sowie Additional-Tier-1-Instrumenten finanziert werden soll.

Obwohl die heute veröffentlichten Angaben wenig Überraschendes boten, reagierten die EFG-Aktien mit deutlichen Kursaufschlägen. Am Handelsende stand der Kurs 2,0% höher. Der Gesamtmarkt (SPI) gab derweil 0,35% nach.

Die Angaben würden ihren bisher getroffenen Annahmen entsprechen, schreiben etwa die Analysten der ZKB. Diese sehen für EFG angesichts der hohen Komplexität der Integrationsprozesse allerdings weiterhin grosse Risiken. (awp/mc/upd/ps)

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