Peter Hilfiker, CEO Schwyzer Kantonalbank, im Interview

Von patrick.gunti - 14:25

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Peter Hilfiker

Peter Hilfiker, Vorsitzender der Geschäftsleitung der SZKB. (Foto: SZKB)

von Patrick Gunti

Moneycab.com: Herr Hilfiker, die SZKB hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem um 6,8% höheren Gewinn von 80,3 Mio Franken abgeschlossen, der Geschäftserfolg erreichte mit 145,1 Mio Franken einen Rekordwert. Bankpräsident Kuno Kennel sagte bei der Zahlenpräsentation „wenns läuft, dann läufts.“ Wie fassen Sie das Geschäftsjahr 2017 zusammen?

Peter Hilfiker: Ja, tatsächlich! Es ist im Jahr 2017 alles zu Gunsten der SZKB gelaufen: Unsere Mitarbeitenden haben ausgezeichnet gearbeitet. Trotz schwierigem Zinsumfeld haben wir im Zinsengeschäft wenig verloren, im Handel und im Kommissionsgeschäft die definierte Strategie optimal umgesetzt und die Börse hat das ihrige zum Erfolg beigesteuert. Zudem haben wir – wie geplant – Risiken abbauen können und wir haben für unser Entwicklungsprojekt „Nova Brunnen“ nach beinahe 10-jähriger intensiver Arbeit einen Investor gefunden. Dass wir die Kosten im Griff haben, beweisen wir jedes Jahr.

Der Margendruck im Zinsengeschäft hat auch 2017 angehalten. Der Nettozinserfolg ging infolge des tiefen Zinsniveaus um 1,6% auf 185 Mio Franken zurück, die Gesamtbankzinsmarge sank von 1,09 auf 1,04%. Welche Entwicklung erwarten Sie im laufenden Jahr?

Wenn ich die Zinsmargen meiner Mitbewerber anschaue, stelle ich fest, dass wir immer noch „vernünftig“ unterwegs sind. Allerdings werden unsere Zinsmargen auch 2018 stark unter Druck sein. Eine Verbesserung sehe ich zurzeit nicht.

Es ist im Jahr 2017 alles zu Gunsten der SZKB gelaufen: Unsere Mitarbeitenden haben ausgezeichnet gearbeitet.“
Peter Hilfiker, CEO SZKB 

Wie wollen Sie dem entgegenwirken?

Ein vernünftiges, risikoadäquates Wachstum hilft zumindest teilweise, die tieferen Margen zu kompensieren. Auf der Ertragsseite müssen sowohl der Handel als auch das Kommissionsgeschäft den geforderten Beitrag leisten und bei den Kosten gilt es noch einmal Fortschritte zu erzielen. Auf Sondererträge dürfen wir im Jahr 2018 weniger hoffen.

Was trug zum ausgezeichneten Ergebnis im Kommissiongeschäft (+18%) bei?

Mehrere Faktoren. Zum einen ist es uns gelungen, die in unserer Strategie 2014 – 2018 definierten Ziele durch ein sehr konsequentes Umsetzungsprogramm zu erreichen. Zum andern haben uns unsere eigenen Produkte – insbesondere Vermögensverwaltungs-Mandate, Vorsorge- und Aktienfonds – stark geholfen, die Erträge zu steigern. Weiter haben wir auch konsequent in unser Personal investiert. Die SZKB verfügt über eine schlagkräftige und sehr kompetente Mannschaft, die in der Lage und willens ist, die ehrgeizigen Vorgaben zu erfüllen.

Für Privatkunden gibt es auf ihren Konten kaum mehr Zins. Wie haben sich die Kundeneinlagen entwickelt?

Sehr positiv! Insbesondere im Sparbereich hat uns das Jahr 2017 Rekordwerte verschafft. Da profitieren wir natürlich von unserem AA+-Rating und unserer sehr starken Eigenkapitalisierung. Wer SZKB sagt, meint im weitesten Sinne Sicherheit und das wissen unsere Kunden zu schätzen.

Die Zahl der E-Banking-Verträge ist im vergangenen Jahr um fast 13% gestiegen. Entspricht diese Steigerung Ihren Erwartungen?

Die Steigerung der Anzahl Verträge ist äusserst positiv. Allerdings ist es damit noch nicht getan. Entscheidend ist die Nutzung der entsprechenden Kanäle und da können wir noch deutlich zulegen. Was mich persönlich sehr freut, ist die starke Nutzungszunahme beim Mobile-Banking mit unserer eigens entwickelten App.

„Was mich persönlich sehr freut, ist die starke Nutzungszunahme beim Mobile-Banking mit unserer eigens entwickelten App.“

Wie stark wirkt sich die steigende Zahl der E-Banking-Kunden auf die Kundenfrequenzen in Ihren Filialen aus?

Die Schalterfrequenzen gehen kontinuierlich zurück. 2010 wickelte die SZKB auf 27 Filialen noch rund 1.2 Mio. Transaktionen pro Jahr ab. Per Ende 2017 waren dies auf 23 Filialen noch rund 0.5 Mio.

2014 hat die SZKB das Onlineportal e-hypo.ch lanciert. Beim Ausbau des digitalen Angebots kooperieren Sie seit letztem Jahr mit der Walliser Kantonalbank. Was versprechen Sie sich von der Zusammenarbeit?

Im Bereich Vertrieb haben wir mit e-hypo.ch einen Vertriebskanal, der sowohl die deutsche als auch die französischsprachige Schweiz unter einem Label abdeckt. Über die Steuerung mittels Postleitzahlen können die Geschäfte unkompliziert einer der beiden Banken zugeordnet werden. Von der breiteren Basis profitieren beide Institute. Dass sich dabei gewisse Kostenvorteile ergeben, ist ein weiteres Plus.

Die Konjunktur im Kanton Schwyz hat im vergangenen Jahr stagniert. Von welcher Entwicklung ist 2018 auszugehen und welche Branchen dürften zu den Gewinnern gehören?

2018 rechnet BAK Economics mit einem deutlich anziehenden Wirtschaftswachstum, wobei der Kanton Schwyz in ähnlichem Umfang wie die gesamte Schweiz zulegen dürfte. Bau, Handel und Tourismus sind 2018 nach Einschätzung von BAK Economics wichtige Wachstumstreiber. Die Arbeitslosigkeit wird sich im Kanton Schwyz weiter deutlich unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt bewegen.

Das aktuell hohe Preisniveau im Immobilienmarkt gehört zu den zentralen Risikotreibern. Wie bewertet die SZKB den Schwyzer Immobilienmarkt?

Während die Preise der am Markt inserierten Eigentumswohnungen immer noch ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres liegen, sind die mittleren Verkaufspreise nun wieder leicht angestiegen. Freistehende Einfamilienhäuser sind im Kanton zwar begehrt, werden aber immer seltener auf dem Markt angeboten. Anders als die Eigenheimmärkte ist der Schwyzer Markt für Mietwohnungen überdurchschnittlich gut versorgt: Über 2’000 Objekte waren im Sommer 2017 zur Vermietung ausgeschrieben – das entspricht 8% des gesamten Mietwohnungsbestandes. Aufgrund der hohen Liquidität sind im Kanton Schwyz die Mietpreise nun leicht am Sinken. Inzwischen zeichnet sich auf den kantonalen Wohnbaumärkten jedoch eine spürbare Beruhigung ab. Insofern dürften sich auf längere Sicht die inserierten Wohnungsmieten wieder stabilisieren.

„Anders als die Eigenheimmärkte ist der Schwyzer Markt für Mietwohnungen überdurchschnittlich gut versorgt.“

Von welcher Entwicklung ist in den nächsten Monaten bei den Hypothekarzinsen auszugehen?

Die SNB wird auch 2018 an den Negativzinsen festhalten. Nur eine weitere markante Entspannung an der Währungsfront (EUR/CHF >1.25) könnte die SNB veranlassen an der Zinsschraube zu drehen. Damit rechnen wir derzeit nicht. Es dauert wohl mindestens bis 2020, bis die Negativzinsen Geschichte sind. Die Konjunkturbelebung, gepaart mit einem leichten Anstieg der Inflation, führt zu höheren Langfristzinsen, v.a. in den USA, etwas abgeschwächt auch hierzulande.

Herr Hilfiker, besten Dank für das Interview.

Zur Person:
Dr. Peter Hilfiker ist Vorsitzender der Geschäftsleitung und für den Präsidialbereich der Schwyzer Kantonalbank verantwortlich.

SZKB

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