Bâloise wächst profitabel und zahlt deutlich mehr Dividende

Von moneycab - 16:15

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Gert De Winter

Baloise-CEO Gert De Winter. (Foto: Baloise)

Basel – Die Bâloise blickt auf eine erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück: Trotz laufender Sanierung in Deutschland verdiente die Versicherungsgruppe mehr als 2016. Die Basler wuchsen sowohl in der Sach- als auch in der Lebensversicherung in jenen Segmenten, die gute Renditen versprechen. Zudem investiert das Team um CEO Gert De Winter in innovative, digitale Geschäftsideen. Den Aktionären soll eine deutlich höhere Dividende gezahlt werden.

Vor gut einem Jahr hatte die Bâloise das „Simply Safe“-Programm ins Leben gerufen, das bis 2021 den Gewinn von 1 Mio neuer Kunden und das Erarbeiten von Barmittel in Höhe von 2 Mrd CHF zum Ziel hat. „Der Start zu ‚Simply Safe‘ ist uns geglückt, mit den Zielen sind wir auf Kurs“, zog Gert De Winter am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz ein Zwischenfazit.

Insbesondere was die Barmittel betrifft, welche die Geschäftseinheiten in Form von Dividenden und Darlehenszinsen an die Holding überweisen, liege man „sehr gut auf Kurs“, hiess es. Die Cash-Zahlungen betrugen im Jahr 2017 bereits 415 Mio CHF, wovon über die Hälfte aus der Nichtlebensversicherung stammen.

Etwas schwieriger gestaltet sich die Gewinnung von Neukunden. Rund 118’000 Kunden fanden im Berichtsjahr erstmals den Weg zur Bâloise. In Zukunft dürften aber die Angebote wie jene des deutschen Online-Motorfahrzeugversicherers Friday, oder der Schweizer Umzugsplattform Movu verstärkt Kunden anziehen, ist De Winter überzeugt.

Restrukturierung belastet
Der Reingewinn der Bâloise nahm insgesamt um 2,5% auf 548 Mio CHF zu. Ohne Einmaleffekte aus Restrukturierungsarbeiten wäre der Gewinn gar um knapp 13% auf 602 Mio in die Höhe geklettert. Mit Blick auf die solide Bilanz und eine über 200% liegende Kapitalquote nach dem Schweizer Solvenztest (SST) wird die Dividende um 40 Rappen auf 5,60 CHF je Titel erhöht.

In Deutschland vollzog die Bâloise in der Sanierung des Industrieportfolios indessen weitere einschneidende Schritte. Die Reserven im Krankenhaus-Haftpflichtgeschäft wurden verstärkt und beim Verkauf von Einheiten fielen Buchverluste an. Von Grossschäden zusätzlich belastet „produzierte“ Deutschland eine hohe, und damit schwache Combined Ratio von 108,3% sowie einen operativen Verlust (EBIT) von 76 Mio CHF.

Auf Gruppenebene konnte die für das Sachgeschäft wichtige Combined Ratio, welche Schadenszahlungen und Kosten den Prämieneinnahmen gegenüberstellt, trotz Deutschland mit 92,3% im nach wie vor gültigen Zielband von 90 bis 95% halten. Erfolgsgarant bleibt das hochprofitable Schweizer-Geschäft (83,5%), während in Belgien (91,9%) und Luxemburg (91,5%) Verbesserungen erreicht wurden. Der Sparten-EBIT sank dennoch um 5,5% auf 375 Mio CHF.

Demgegenüber kletterte der EBIT in der Lebensversicherung um 35% auf 306 Mio CHF in die Höhe. Die Gründe dafür waren der verbesserte Geschäftsmix, leicht steigende Zinsen sowie ein günstiges Finanzmarktumfeld. Wie andere Versicherer zielt auch die Bâloise darauf ab, den Verkauf von weniger kapitalintensiver Produkte zu fördern. Garantieprodukte machen nur noch rund einen Fünftel am Neugeschäft aus.

Wachstum mit Anlageprodukten
Im Volumen hat die Bâloise ebenfalls zugelegt: Es nahm um 3,9% zu. Dabei habe der Verkauf von Produkten mit Anlagecharakter (+15%) massgeblich dazu beigetragen. Diese Produkte vertreiben die Basler aus Luxemburg in ganz Europa, wobei sich das Geschäft in Frankreich, Belgien, Portugal und Italien besonders gut entwickelt hat. Die Nichtlebenprämien legten um 2,8% zu.

In der Beruflichen Vorsorge in der Schweiz ist die Bâloise laut Länderchef Michael Müller aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen (Stichwort: hoher Umwandlungssatz) beim Verkauf von Vollversicherungslösungen trotz guter KMU-Nachfrage auf die Bremse getreten. Besser habe man teilautonome Lösungen, wo die Unternehmen Teile des Anlagerisikos selber tragen, verkauft.

An der Börse schlossen die Bâloise-Titel am Nachmittag in einem sehr freundlichen Gesamtmarkt (SMI +1,5%) um 1,0% im Plus. Analysten sprachen von einem soliden Ergebnis, verwiesen aber gleichzeitig auf die enttäuschende Entwicklung in Deutschland. Die hohe Dividende fand derweil breite Zustimmung. (awp/mc/ps)

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