Olga Feldmeier, CEO Smart Valor, im Interview

Von helmuth.fuchs - 14:00

Eingestellt unter: ! Top, CEO Interviews, Interviews, Newsletter Startups und Digitalisierung Weekly, Startups

Olga Feldmeier, CEO Smart Valor

Von Helmuth Fuchs

Im Interview nimmt Olga Feldmeier, CEO Smart Valor, Stellung

  • zur aktuellen Situation und den grössten Herausforderungen von Kryptowährungen

„Für die Regulierung im Bereich der Börsen ist Tatendruck, da muss etwas passieren. Heute haben etwa zwei Drittel der Börsen keine Lizenz. Die operieren einfach mal so und hoffen, dass Alles gut geht. Das ist für uns als Industrie nicht gut.“ 

„Bitcoin ist so viel Wert, wie wir Vertrauen haben, dass daraus etwas wird.“

  • zum Einsatz der Blockchain bei den Banken und ihr Potential als strukturelle Bedrohung des Finanzsektors

„Es geht um die Struktur von Finanzdienstleistungen. Wir als Menschen hatten bis anhin noch nie einen Mechanismus, wie wir uns über etwas einigen und einander vertrauen können, ohne einen Mittelsmann. Mit Blockchain haben wir das.“

„Mit der Blockchain gibt es nur einen Ort, wo das Eigentum festgeschrieben wird und wo die Transaktionen zu diesem Eigentum stattfinden. Dadurch ist es nicht mehr nötig, viele unterschiedliche Parteien zu haben, um die Daten auszutauschen. Das wird der grösste Trend sein, der die Finanzindustrie in den nächsten zehn Jahren fundamental verändern wird.“

  • zu den steigenden Transaktionskosten, welche den zunehmenden Erfolg der Krypotwährungen gefährden könnten

„Ich glaube, das was wird jetzt sehen, ist eine vorübergehende Erscheinung. Es geht um die Skalierung der Public Blockchains und daran arbeiten sehr viele Menschen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man herausfindet, wie das Protokoll aussehen muss, damit die Blockchain skalierbar und schnell ist.“

  • zu den negativen Auswirkungen des Erfolges von Blockchain auf die Verarbeitungsgeschwindigkeit und die Folgen für Anbieter

„Wir bewegen uns langsam in eine Welt, in der wir parallel zwei Systeme haben werden: Die grossen Public Blockchains, die nicht so schnell, dafür aber eben öffentlich und transparent sind. Die andere Welt, die gerade entsteht, ist die der Enterprise Blockchains. Hier entfällt der ganze Proof of Work.“

„Grosse Bestandteile der Datenverarbeitung, Speicherung etc. wird in Zukunft „off-chain“ passieren und nur Daten, die notwendig sind um die Sicherheit und Transparenz herzustellen, werden in die Public Blockchain gehen.“

  • dazu, wie Smart Valor und andere Anbieter mit den gegensätzlichen Anforderungen zwischen Transparenz und Anonymität umgehen

„Wir sind im Prozess, eine Reihe von Lizenzen zu bekommen, unter anderen eine Art von „Banking Light“-Lizenz, die uns erlauben wird, unabhängig von Banken zu agieren. Weil wir eine regulierte Einheit sind, müssen wir auch den gesamten Anforderungen, zum Beispiel bezüglich des Datenschutzes, genügen.“

„Bis anhin war es sehr schwierig, den Menschen gleichzeitig Schutz zu bieten und weg von der Steuerflucht-Thematik zu kommen. Mit der Blockchain können wir das erreichen: Einen Teil der Daten anynom zu halten und trotzdem komplette Transparenz der Transaktionen zu geben.“ 

  • zum Stand der Kryptowährungen im Lebenszyklus und den nächsten wichtigen Entwicklungen

„Die erste Phase mit der Entstehung der post-nationalen Währungen ist durch. In der zweiten Phase, die jetzt kommt, geht es mehr darum, in anderen Bereichen Infrastruktur aufzubauen. Hier geht es um die Protokolle, welche die Zukunft ganz anderer Services und Branchen darstellen, wie zum Beispiel IOTA, das die Kommunikation und Zahlungen zwischen Maschinen ermöglichen wird.“

„Wir werden (durch die Tokenisierung von Vermögenswerten) in einer Welt leben, in der wir Vermögenswerte ganz anders besitzen und einander geben können. Das wird dazu führen, dass wir eine Demokratisierung des Zugangs zu Werten erleben werden.“

  • was bezüglich Kryptowährungen in der Schweiz gut funktioniert, was noch verbessert werden muss

„Wir haben schon sehr viel erreicht. In den letzten Monaten sehen wir das Aufkommen von Crowdfunding-Projekten, so genannte ICOs (Initial Coin Offerings). Das ist eine enorme Möglichkeit für uns in der Schweiz, aber auch in Europa, Wachstumskapial zu haben.“

„Was wir noch brauchen ist eine gewisse Liberalisierung und Öffnung für die Fintechs wie Sandkasten- und Banking-Light Lizenzen.“

 

Die Gesprächspartnerin:
Olga Feldmeier bei Linkedin

Das Unternehmen:
Smart Valor

 


Das Interview entstand anlässlich des Crypto Summit 2018 in Zürich

 

Noch keine Kommentare

Eine Antwort hinterlassen

Anzeige

Anzeige