SIX verkauft Payment-Geschäft nach Frankreich

Von moneycab - 16:30

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Romeo Lacher

Romeo Lacher, VRP SIX Group. (Foto: SIX)

Zürich – Die SIX Group hat für ihr Kartengeschäft eine Lösung gefunden. Die Schweizer Finanzinfrastruktur-Betreiberin verkauft die SIX Payment Services an Worldline. Im Gegenzug erhält SIX eine Minderheitsbeteiligung am französischen Zahlungsverkehrs-Unternehmen. Zusammen wollen sie in Europa die Konsolidierung der Zahlungsbranche vorantreiben.

Worldline zahlt für die Übernahme von SIX Payment Services 2,3 Milliarden Euro. Dieser Preis setzt sich aus 49,1 Millionen neu ausgegebenen Aktien von Worldline und einem Barbetrag von 338 Millionen Franken zusammen. Die SIX Group wird als neuer Minderheitsaktionär mit einem Anteil von 27 Prozent mit zwei Vertretern im Verwaltungsrat Einsitz nehmen. Mehrheitsaktionär mit einem Anteil von 51 Prozent bleibt der französische IT-Dienstleister Atos SE. Die Transaktion soll im vierten Quartal des laufenden Jahres abgeschlossen sein.

Mit der Übernahme entsteht laut Worldline der mit Abstand grösste europäische Zahlungsverkehrs-Anbieter. 2019 soll das fusionierte Unternehmen einen Umsatz von voraussichtlich 2,3 Milliarden Euro erzielen. Grösse ist dabei gleichzeitig Programm. „Es ist ein wichtiger Tag für die europäische Zahlungsindustrie“, sagte Worldline-Präsident Thierry Breton an einer Telefonkonferenz. Mit dem Zusammenschluss könne Worldline die Konsolidierung der Branche vorantreiben. Weitere Übernahmen vor allem in Europa seien geplant. Dafür stehen Worldline nach Abschluss der Transaktion 2 Milliarden Euro zur Verfügung, sagte Worldline-Chef Gilles Grapinet.

Ergänzung beim Angebot und im Marktgebiet
Auch SIX-Verwaltungsratspräsident Romeo Lacher zeigte sich erfreut über den Deal. „Wir sind sehr glücklich über diese Zusammenarbeit“, sagte er. Die SIX habe dank dem grossen Interesse unter einer Vielzahl von Interessenten auslesen können. Für Worldline habe sich die SIX aus drei Gründen entschieden. So entstehe damit in Europa nicht nur ein dominierendes Zahlungsverkehrs-Unternehmen mit entsprechend günstigen Aussichten. Sondern die SIX Payment Services und Worldline ergänzten sich auch ideal.

So gebe es geografisch keine Überlappungen. SIX Payment Services ist in der Schweiz, in Österreich und in Luxemburg präsent, Worldline dagegen in fast allen anderen europäischen Staaten. Aber auch die Tätigkeitsgebiete ergänzen sich. Während der Schweizer Zahlungsdienstleister einen Schwerpunkt auf der Seite des Handels hat, ist Worldline im Ausgabegeschäft der Banken stark.

Die Übernahme soll nach Angaben von Worldline Synergieeffekte im Umfang von 110 Millionen Euro bringen. Die gesamte Einsparung soll 2020 realisiert sein. Worldline übernimmt von SIX Group das gesamte Management und die 1300 Angestellten des Kartengeschäfts. Laut Lacher kann es bei Überlappung zur Streichung einzelner Stellen kommen. Doch insgesamt sei die Transaktion ein Wachstumsprojekt. Grapinet bestätigte, dass Wordline laufend neue Leute einstelle.

Minderheitsposition kein Problem für SIX
Zum Umstand, dass die SIX-Group mit ihrer 27 Prozent-Beteiligung an Worldline lediglich Juniorpartner sein werde, sagte Lacher: „Wir fühlen uns sehr komfortabel in dieser Position.“ Allein schon aufgrund der Bestimmungen im französischen Börsengesetz werde SIX nicht schutzlos dem Mehrheitsaktionär ausgeliefert sein.

Mit dem Verkauf des Kartengeschäfts hat Worldline mit der SIX Group auch in anderen Bereichen eine Zusammenarbeit beschlossen. So wird Worldline künftig von SIX eine breite Palette von Prozess-Dienstleistungen beziehen. Die beiden Partner haben dazu einen 10-Jahres Vertrag abgeschlossen. Zudem beteiligt sich Worldline an der Bezahl-App Twint.

Grapinet deutet dabei an, dass Twint allenfalls auch in anderen europäischen Ländern eingeführt werden könnte. „Es gibt Opportunitäten für Twint in europäischen Ländern, in denen es noch keine eigene Bezahl-App gibt“, sagte Grapinet.

Die Worldline Aktie hat auf die Ankündigung positiv reagiert. An der Pariser Börse notierte das Papier am Nachmittag um über 3 Prozent höher als am Vortag. (awp/mc/ps)

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