CH-Schluss: SMI büsst 0,2% auf 8974 Punkte ein

Von moneycab - 18:15

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Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch leicht tiefer geschlossen. Die Anleger zeigten sich angesichts der Krisenherde und steigender Renditen auf US-Staatsanleihen eher vorsichtig. Ausserdem ist die Bilanzsaison beinahe abgeschlossen, womit Impulse ausblieben, die richtungsweisend sein könnten. Der SMI, der am Morgen noch ganz kurz die Marke von 9’000 Punkten überschritten hatte, dümpelte danach knapp darunter herum.

Auf die Kurse von Banken in ganz Europa drückten die Regierungsturbulenzen in Italien durch den Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen den euroskeptischen Parteien Fünf Sterne und Lega. In dem Dokument ist unter anderem von Szenarien zum Euro-Ausstieg und vom Schuldenerlass des Landes die Rede. Laut Sterne-Chef Luigi Di Maio wurde der Entwurf allerdings in wichtigen Punkten überarbeitet. Auch die wieder steigenden Renditen für US-Staatsanleihen drückten auf die Stimmung. „Der Zinsanstieg wird mehr und mehr zum Risiko“, warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Auch sollte das Thema Nordkorea nicht vorschnell abgehakt werden.

Der Swiss Market Index (SMI) büsste bis Börsenschluss 0,23 Prozent auf 8’973,88 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), indem der Einfluss der Schwergewichte begrenzt ist, verlor 0,37 Prozent auf 1’483,05 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,29 Prozent auf 10’686,8 Punkte. 20 Verlierern standen 9 Gewinner gegenüber. Als einziger Titel blieb Schindler unverändert.

Stark unter Druck standen europaweit wegen der Turbulenzen in Italien die Banken. Die Schweizer Banken schlossen sich dem an. UBS, CS und Julius Bär hätten die „italienische Grippe“, sagte ein Marktteilnehmer. Die beiden Grossbanken büssten je 1,6 Prozent ein, Julius Bär noch 1,1 Prozent.

Die grössten Verlierer im SMI/SLI waren Sonova (-2,7%). Der Hörgerätehersteller wird vom Zusammenschluss der beiden Rivalen Sivantos und Widex nach unten gezogen. Dadurch entsteht hinter Branchenprimus Sonova und der dänischen William Demant der drittgrösste Hörgerätehersteller der Welt. Trendverstärkend wirkte die Herunterstufung der Sonova-Titel durch die MainFirst Bank. Ebenfalls stark im Minus schlossen Dufry (-1,6%), ohne dass es Neuigkeiten zum Reisedetailhändler gab.

Tiefer schlossen auch Swisscom (-0,9%), Partners Group (-0,9%) sowie Kühne+Nagel (-0,8%). Die Versicherer büssten ebenfalls an Terrain ein: So fielen Swiss Life (-0,9%), Baloise (-0,8%) und Zurich (-0,5%) unter den Vortagesstand. Bei der Zurich hatte die DZ Bank ihr Kursziel leicht von 320 auf 318 Franken gesenkt.

Dem Pharmakonzern Novartis verlieh sein Investorentag keinen Schub. Die Aktie gab um 0,3 Prozent nach. Schlagzeilen machte, dass Chefjurist Felix Ehrat wegen des Vertrags mit dem Anwalt von US-Präsident Donald Trump sein Amt räumen musste, über den die Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels gelaufen waren. Der seit Februar amtierende Konzernchef Vasant Narasimhan zeigte sich bemüht, das Vertrauen in das Unternehmen nach der Affäre um den US-Anwalt Michael Cohen und den jüngsten Negativschlagzeilen wie den Korruptionsvorwürfen in Griechenland zurückzugewinnen.

Auf der anderen Seite legte Konkurrentin Roche um 0,2 Prozent zu, die von ermutigenden Aussagen von Konzernchef Severin Schwan anlässlich eines Treffens mit Investoren in Basel gestützt werden. Die Verzögerungen beim Markteintritt des Rituxan-Biosimilars von Sandoz in den USA scheine noch nicht in den diesjährigen Zielvorgaben von Roche berücksichtigt, was für Fantasie sorge, verlautete aus dem hiesigen Handel. Zudem hat Roche in Taiwan eine weitere Zulassung für das Medikament Alecensa erhalten.

Auf der Gewinnerseite standen auch Logitech (+0,7%), Richemont und Clariant, die beide je 0,6 Prozent fester notierten. Richemont wird am Freitag Jahreszahlen vorlegen.

Im breiten Markt schossen Valartis um 8,3 Prozent nach oben. Huber+Suhner legten um 6,4 Prozent, nachdem Baader Helvea eine Kaufempfehlung herausgegeben hatte. VZ Holding (+3,3%) profitierten ebenfalls von einer Kaufempfehlung der Bank Vontobel. Auf der Verliererseite stachen Asmallworld (-5,6%) und Kuros (-4,1%) hervor. (awp/mc/pg)

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