Trump setzt angeschlagene Türkei zusätzlich unter Druck

Von moneycab - 17:45

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Donald Trump

US-Präsident Donald Trump. (Official White House Photo by Joyce N. Boghosian)

Istanbul – Im diplomatischen Konflikt mit der Türkei heizt US-Präsident Donald Trump die Krise um den Verfall der türkischen Währung Lira mit einer Verdoppelung von US-Strafzöllen an. Trump teilte am Freitag auf Twitter mit: „Ich habe gerade eine Verdoppelung der Zölle auf Stahl und Aluminium hinsichtlich der Türkei bewilligt.“

Die Zölle auf Aluminium würden nun auf 20 Prozent und die für Stahl auf 50 Prozent angehoben. Trump verwies ausdrücklich darauf, dass die Lira „schnell gegenüber unserem sehr starken Dollar abrutscht!“ Er fügte hinzu: „Unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut!“

Die USA fordern die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Die USA hatten deswegen vergangene Woche Sanktionen gegen den türkischen Innenminister Süleyman Soylu und gegen Justizminister Abdülhamit Gül verhängt. Damit werden mögliche Vermögen der Minister in den USA eingefroren, ausserdem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mit ihnen machen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erliess daraufhin ebenfalls Sanktionen gegen US-Minister. Die Türkische Lira befindet sich seit Tagen im freien Fall. Nach dem Tweet des US-Präsidenten fiel sie auf neue Rekordtiefstände zu Euro und US-Dollar.

Erdogan spricht von Wirtschaftskrieg gegen die Türkei
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor den Westen für den Kursverfall der Lira verantwortlich gemacht und die Bevölkerung aufgerufen, Dollar und Euro in die Landeswährung umzutauschen. Er sprach erneut von einem „Wirtschaftskrieg“ und erhob den Westen zum Feindbild. „Die, die Dollar, Euros, Gold unter dem Kissen haben – geht und wechselt es in türkische Lira in unseren Banken“, sagte Erdogan im nordtürkischen Bayburt am Freitag. Solidarität werde die wichtigste Reaktion auf den Westen sein.

Schon bei der Vorstellung seines 100-Tage-Programms am 3. August hatte er von einem „Wirtschaftskrieg“ gesprochen. In einer nächtlichen Rede im Distrikt Rize hatte Erdogan gesagt, es seien „Kampagnen“ gegen die Türkei im Gange.

Lira bricht gegenüber dem Dollar um 13,5 Prozent ein
Gegenüber dem Euro hat die Lira seit Januar mehr als ein Drittel an Wert verloren. Am Morgen, vor Vorstellung eines „neuen Wirtschaftsmodells“ für die Türkei durch Finanzminister Berat Albayrak, war die Lira auf einen Tiefststand gestürzt. Im Handel mit dem US-Dollar kam es zeitweise zum Einbruch um 13,5 Prozent. Im Handel mit dem Euro wurden erstmals mehr als sieben Lira für einen Euro gezahlt.

Erdogan sprach von einer „künstlichen Finanzkrise“. An jene gerichtet, die höhere Zinsen fordern, um die Inflationsrate von mehr als 15 Prozent zu drücken, sagte er: „Ihr werdet es nicht schaffen, diese Nation in die Knie zu zwingen.“ Anders als Ökonomen sieht Erdogan Zinserhöhungen als Ursache für Inflation und nicht als Instrument dagegen.

Türken sollen auf Gott vertrauen
Die Türkei diversifiziere ihre Wirtschaftspartner – „von China bis Russland“, sagte Erdogan. Vor allem wegen der Inhaftierung eines US-Pastors in der Türkei hat sich die Beziehung mit den USA stark verschlechtert. Die Märkte hatten darauf stark verunsichert reagiert. „Diese Nation hat keine Angst“, sagte Erdogan. „Vertraut auf Gott.“ (awp/mc/pg)

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