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Proteststurm nach Trump-Attacke gegen Professorin im Richter-Streit

Von moneycab - 21:05

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Donald Trump

US-Präsident Donald Trump.

Washington – Die Frontalattacke von US-Präsident Donald Trump gegen die Professorin Christine Blasey Ford im Streit um den Richterkandidaten Brett Kavanaugh hat im Internet eine Welle der Empörung ausgelöst.

Im Kurzbotschaftendienst Twitter zeigten sich ab Freitag zehntausende Frauen unter dem Stichwort #WhyIDidntReport (Warum ich es nicht öffentlich gemacht habe) solidarisch mit Ford, die Kavanaugh der versuchten Vergewaltigung beschuldigt. Der Justizausschuss des US-Senats, der Ford befragen will, gab der 51-Jährigen unterdessen mehr Bedenkzeit.

Ford beschuldigt den erzkonservativen Kandidaten für das mächtige Oberste Gericht, in den 80er Jahren bei einer Schülerparty versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Kavanaugh weist die Anschuldigung zurück.

Trump fordert Beweise
Nach anfänglicher Zurückhaltung hatte Trump am Freitag die Glaubwürdigkeit Fords in Frage gestellt. In einem Tweet merkte Trump an, er habe „keinen Zweifel“, dass Ford oder ihre „liebenden Eltern“ damals unverzüglich Anzeige erstattet hätten, wenn der Angriff „so schlimm“ gewesen wäre wie von der Psychologieprofessorin geschildert.

Trump forderte Ford zudem auf, Dokumente über eine Anzeige vorzulegen, „so dass wir Datum, Zeit und Ort erfahren können“. Aus Fords Schilderungen geht hingegen hervor, dass eine Anzeige damals offensichtlich nicht erstattet worden war.

Trump kritisierte auch Fords Forderung nach Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI. „Warum hat nicht jemand das FBI vor 36 Jahren angerufen?“ fragte er.

„Völlig unangemessen und falsch“
Wie zu Beginn der #MeToo-Debatte schilderten daraufhin hunderte Twitter-Nutzerinnen Fälle sexuellen Missbrauchs und warum sie niemandem etwas davon erzählt, geschweige denn eine Anzeige erstattet hätten.

„Ich wurde zweimal sexuell missbraucht. Einmal, als ich ein Teenager war. Ich habe nie eine Anzeige erstattet und 30 Jahre gebraucht, um es meinen Eltern zu sagen“, schrieb die Schauspielerin Alyssa Milano.

Die Schauspielerin Ashley Judd, die den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung beschuldigte, erklärte: „Als es das erste Mal passierte, war ich sieben.“ Als sie Erwachsenen davon erzählt habe, hätten diese erwidert, der Täter sei ein „netter alter Mann, der es nicht so gemeint hat“. Als sie mit 15 Jahren ein weiteres Mal vergewaltigt worden sei, habe sie es nur ihrem Tagebuch anvertraut.

Auch die republikanische US-Senatorin Susan Collins, die Mitglied im Justizausschuss ist, zeigte sich erschüttert: „Ich war entsetzt vom Tweet des Präsidenten“, sagte sie US-Medien. Es sei bekannt, dass sexuelle Übergriffe zu den am seltensten gemeldeten Fällen gehörten. Daher sei der Tweet des Präsidenten „völlig unangemessen und falsch“.

Ford hatte nach eigener Schilderung erst 2012 während einer Paartherapie mit ihrem Ehemann erstmals genauer von der sexuellen Attacke erzählt, die sie als 15-Jährige erlebt habe. Opfer von sexueller Gewalt scheuen häufig aus Scham und Furcht davor zurück, von dem traumatischen Erlebnis zu erzählen.

Streit über Termin für Aussage
Ford erklärte sich bereit, in der kommenden Woche im Justizausschuss des Senats auszusagen. Es gibt aber Streit über den genauen Termin: Der republikanische Ausschussvorsitzende Chuck Grassley setzte zunächst für Montag eine öffentliche Anhörung an, bei der sowohl die Professorin als auch der Richter aussagen sollen.

Diesen Termin lehnte Ford als verfrüht ab. Nach Angaben ihrer Anwälte will sie frühestens am Donnerstag aussagen.

Um den Druck auf Ford zu erhöhen, setzte Grassley der Professorin schliesslich eine Frist bis Freitagabend, um über eine Aussage am Mittwoch zu entscheiden. Andernfalls werde der Ausschuss am Montag über Trumps Wunschkandidaten für den mächtigen Supreme Court abstimmen – ohne sie vorher anzuhören.

Fords Anwälte wiesen diese Frist als „willkürlich“ zurück und baten um einen weiteren Tag Bedenkzeit. Am Freitagabend lenkte Grassley ein. Er habe Ford „noch eine Fristverlängerung gewährt“, schrieb er auf Twitter. „Sie sollte sich entscheiden, damit wir weitermachen können. Ich möchte sie anhören.“ (awp/mc/ps)

The White House

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