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Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Wa(h)re Inflation – Teil 2

Von moneycab - 16:05

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von Robert Jakob

Von Robert Jakob

Durch das Absenken der Zinsen aufgrund der Null- und sogar Negativzinspolitik der letzten Jahre ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zurückgegangen. Geld wirke daher weniger preistreibend, behaupten die Verfechter der Quantitätstheorie des Geldes. Die besagt, dass die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes fällt, wenn die Zinsen und damit die Opportunitätskosten der Geldhaltung sinken. In dieser Situation kann die Geldmenge steigen, ohne Inflation auszulösen. Das wäre schön…Aber ist es wahr?

Wo steckt denn bloss das viele Geld?
Das Geld, das vor allem die Fed, die Europäische Zentralbank oder die Schweizerische Nationalbank in die Wirtschaft pumpen, fliesst nicht in den Konsum und landet bestenfalls indirekt und nur teilweise beim Bürger. Ein guter Teil des bereitgestellten Zentralbankgeldes geht in die Vermögenswerte. Hauptsächlich sind das Aktien und Immobilien. So ist beispielsweise der IAZI real estate Preis-Index zwischen 1989 und 2018 um rund 30 Prozent gestiegen. Das nimmt sich bescheiden aus, denn die 90er-Jahre waren ein verlorenes Jahrzehnt auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Die Preise rauschten zunächst in den Keller. Seit dem neuen Jahrtausend begann aber nicht nur eine neue Zeitrechnung, sondern auch die Zeitwende am Immobilienmarkt mit der Folge unserer nun hoffnungslos überteuerten Preise.

Der Immobilienbestand der Schweiz ist jetzt über 3 Billionen Franken wert. Davon sind zwei Drittel in Privatbesitz. Drei Billionen Franken sind doppelt so viel, wie der Marktwert der kotierten Schweizer Aktien. Neubauten für die Zuwanderung ausser Acht gelassen hat sich seit 1989 damit eine Wertsteigerung von über einer Billion Franken ergeben. Hauptsächlich verantwortlich dafür sind die letzten 15 guten Jahre (seit 2003) im Nachgang der vorletzten Wirtschaftskrise und der kontinuierlich sinkenden Zinsen.

Zählt man nun zu den hohen Immobilienpreisen auch noch die hohen Aktienkurse hinzu, ergibt sich eine mehr als doppelt so hohe Inflation als offiziell ausgewiesen.

Aber ist das nicht eher ein Segen statt Fluch?

Die Antwort lesen Sie nächste Woche.


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