Anhaltender Anstieg der Immobilienpreise auf einem Markt mit begrenztem Angebot​

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(Pexels)

Genf – Die digitale Immobilien-Bewertungsplattform RealAdvisor hat ihr vierteljährliches Wohnimmobilienbarometer für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Der Markt zeigt zu Beginn des Jahres eine robuste Dynamik: Die Preise für Wohnimmobilien in der Schweiz steigen weiter an. Dabei steigen die Preise für Wohnungen deutlich schneller als die für Einfamilienhäuser – vor dem Hintergrund historisch niedriger Zinsen und eines nach wie vor knappen Angebots.

Im ersten Quartal 2026 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in der Schweiz um 1,4 %. Mit einem Zuwachs von 4,1 % innerhalb der letzten zwölf Monate bestätigt sich zum dritten Mal in Folge ein dynamischerer Wachstumstrend als bei den Einfamilienhäusern (+0,7 % im Quartal; +2,8 % im Jahresvergleich). Angesichts einer stabilen Inflation von lediglich 0,1 % spiegeln diese Zahlen eine reale Wertsteigerung des Schweizer Immobilienbestands wider.

Immobilienpreise Schweiz 2026

📊 Immobilienpreise Schweiz

Eigentumswohnungen vs. Einfamilienhäuser (2026)
Wohnungen wachsen im Quartal doppelt so schnell wie Häuser.

Regionale Dynamik: Westschweiz und Graubünden an der Spitze
Während zum Jahresende 2025 noch Zürich und Zug den Markt dominierten, verlagerte sich das Preiswachstum im ersten Quartal 2026 in die Westschweiz und nach Graubünden.

Das Barometer verdeutlicht nun markante lokale Unterschiede: Die Ballungsräume der Westschweiz verzeichnen einen regelrechten Preisschub, wobei Sion mit dem schweizweit stärksten Quartalsanstieg bei Wohnungen (+2,3 %) führt, gefolgt von Neuenburg (+1,8 %) und Freiburg (+1,6 %). Im Segment der Einfamilienhäuser steht Genf mit einem Plus von 1,4 % an der Spitze, knapp vor Neuenburg und Luzern mit jeweils 1,2 %. Im Gegensatz dazu verzeichnet Lugano als einziger grosser Ballungsraum einen leichten Preisrückgang bei Häusern (-0,2 %), was das Ausbleiben einer Trendwende im Tessin unterstreicht.

Gleichzeitig zeichnet sich Graubünden auf kantonaler Ebene durch einen massiven Anstieg der Immobilienpreise aus, mit einem Zuwachs von 8,9 % bei Wohnungen und 5,3 % bei Häusern innerhalb der letzten zwölf Monate. Die Daten für das erste Quartal 2026 bestätigen diesen Trend eindrücklich: Das stärkste Wachstum bei Wohnungen wurde in den Kantonen Graubünden (+2,7 %), Wallis (+2,1 %) und Basel-Stadt (+2,0 %) registriert. Bei den Einfamilienhäusern verbuchten die Kantone Graubünden (+1,9 %), Aargau (+1,4 %) und Waadt (+1,3 %) die deutlichsten Wertzuwächse.

Angebotsmangel als Haupttreiber
Die Transaktionsaktivität setzt ihren schrittweisen Aufschwung mit einem Zuwachs von +4,7 % in den letzten zwölf Monaten fort und untermauert damit die nachhaltige Erholung nach den deutlichen Korrekturen der Jahre 2022 und 2023. Obwohl die Baubewilligungen 2025 auf über 52’000 stiegen (nach 41’000 im Jahr 2023), bleibt das lokale Angebot unzureichend, um die Nachfrage zu decken.

Dabei zeigt sich eine klare Diskrepanz zwischen Statistik und Realität: Während sich die Angebotslage auf dem Papier durch das Plus an Genehmigungen scheinbar entspannt, signalisiert das Barometer einen massiven Engpass. Grund hierfür ist die Zeitspanne zwischen Bewilligung und Fertigstellung, die bei Grossprojekten inzwischen mehr als ein Jahr beträgt.

Diese Verzögerung sowie der sinkende Bestand verfügbarer Objekte – laut dem RealAdvisor-Analyse-Tool RealMatch360 von 42’000 auf unter 40’000 Einheiten pro Quartal – halten den Markt unter extremem Druck. Eine Entlastung durch den Bausektor ist daher erst in den kommenden Quartalen zu erwarten. Verstärkt wird diese Situation durch das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum in Kantonen wie Basel-Stadt (+1,37 %) und dem Wallis (+1,26 %).

Die Schweiz als sicherer Hafen angesichts der Unsicherheiten
Jonas Wiesel, Mitbegründer von RealAdvisor, betont: «Über die internen wirtschaftlichen Fundamentaldaten hinaus wird der Schweizer Markt derzeit durch das internationale Umfeld gestützt. Die geopolitische Instabilität, insbesondere im Nahen Osten, stärkt die Rolle der Schweiz als sicherer Hafen. Davon profitiert primär das Luxussegment in Genf, Zug, Zürich und den Alpenorten, das sich weitgehend unabhängig von der lokalen Konjunktur zeigt.»

Ausblick 2026: Prognose auf +3,0 % nach oben korrigiert
Jonas Wiesel stellt fest: «Angesichts der aktuellen Daten korrigieren wir unsere Prognosen für das Gesamtjahr leicht nach oben. Der Jahresbeginn bestätigt den Wachstumskurs; die Dynamik im Wohnungssegment lässt darauf schliessen, dass das obere Ende der ursprünglichen Spanne erreicht wird. Die Preiswachstumsprognose für 2026 liegt nun bei rund 3,0 %. Die Finanzierungsbedingungen bleiben mit einem SNB-Leitzins von 0,0 % und 10-jährigen Festhypotheken um 1,4 % äusserst attraktiv. Trotz eines moderaten Wirtschaftswachstums (BIP-Schätzung bei +1,0 %) sorgt die Kombination aus knappem Angebot und solider Nachfrage für einen anhaltend deutlichen Aufwärtstrend des Marktes.» (RealAdvisor/mc/pg)

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