BDO Studie: 100 Schweizer Unternehmen prägen den Erfolg der Schweiz

Zürich – Der Wirtschaftsstandort Schweiz wird nicht nur von weltweit bekannten Schweizer Grosskonzernen geprägt. Dahinter steht eine zweite Reihe von Unternehmen, die selten Schlagzeilen machen und doch weit über ihre Grösse hinaus punkten: Eine neue Metastudie von BDO Schweiz identifiziert 100 hochspezialisierte Hidden Champions, die mit Innovation, Exportstärke und internationaler Marktführerschaft wesentlich zur Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz beitragen.

Für ihren «Point of View – Hidden Champions in Switzerland» hat BDO Schweiz bestehende Rankings, Unternehmensdaten und weitere öffentlich zugängliche Quellen ausgewertet und daraus 100 Schweizer Unternehmen als Hidden Champions identifiziert. Diese beschäftigen weltweit rund 192’000 Mitarbeitende und erwirtschaften zusammen mehr als 40 Milliarden Franken Umsatz.

«Hidden Champions sind kein Randphänomen, sondern ein zentraler Stabilitätsfaktor unserer Wirtschaft. Sie kombinieren Nischen-Know-how mit Innovation und der Fähigkeit, neue Technologien rasch in marktfähige Lösungen zu überführen. Gleichzeitig setzen sie auf frühzeitige internationale Ausrichtung», erklärt Stefan Kühn, Mitglied der Geschäftsleitung von BDO.

Industrielle Stärke im Hintergrund
Besonders stark vertreten sind Hidden Champions in Maschinenbau und Automation (19 Unternehmen), Elektronik und Komponenten (17) sowie Materialien und industrielle Verarbeitung (14). Hinzu kommen Medizintechnik sowie Biotechnologie und Pharma (jeweils 11).

Obwohl viele der Unternehmen ausserhalb ihrer Branche kaum bekannt sind, spielen sie eine zentrale Rolle in internationalen Wertschöpfungsketten. Aus einem kleinen Heimatmarkt heraus gelingt es vielen von ihnen, in ihren Nischen weltweit markführende Positionen einzunehmen.

Zwei Drittel sind börsenkotiert
Ein Ergebnis der Analyse widerspricht dem verbreiteten Bild des familiengeführten Nischenunternehmens: Rund 67 Prozent der identifizierten Hidden Champions sind börsenkotiert.

Viele dieser Unternehmen nutzen den Kapitalmarkt gezielt, um Wachstum zu beschleunigen, Innovationen voranzutreiben und ihre internationale Expansion zu finanzieren.

Erfolgsmodell unter Druck?
Das Geschäftsmodell der Hidden Champions basiert auf offenen Märkten, stabilen Lieferketten und verlässlichen regulatorischen Rahmenbedingungen. Diese Voraussetzungen geraten durch geopolitische Spannungen, Protektionismus und die KI-Revolution zunehmend unter Druck.

«Die nächsten Jahre werden zur Bewährungsprobe. In Zeiten des KI-getriebenen Wandels und vermehrter globaler Konkurrenz sind diese Unternehmen besonderen Risiken ausgesetzt. Gleichzeitig haben sie beste Voraussetzungen, neue Technologien schneller in Wettbewerbsvorteile zu übersetzen als viele andere Unternehmen», so Kühn.

In der Vergangenheit haben Hidden Champions bereits gezeigt, dass sie ihre Geschäftsmodelle rasch an veränderte Bedingungen anpassen können – ein Vorteil, der im aktuellen Umfeld ein Ticket in die Zukunft ist. (mc/pg)

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