Hypo-Referenzzinssatz verharrt auf Tiefststand

Immobilien

(Bild: Pexels)

Bern – Mieterinnen und Mieter können keine weiteren Mietzinsreduktionen einfordern. Denn der mietrechtlich relevante hypothekarische Referenzzinssatz verharrt bei 1,25 Prozent.

Dies hat das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) am Montag mitgeteilt. Konkret sank der für den Referenzzinssatz massgebende Durchschnittszinssatz der inländischen Hypothekarforderungen lediglich von 1,33 auf 1,32 Prozent.

Der Zinssatz wird kaufmännisch gerundet und beim Über- bzw. Unterschreiten des Grenzwerts gleich um 25 Basispunkte angepasst. Er bleibt konkret auf dem aktuellen Niveau, bis der Durchschnittszinssatz auf unter 1,13 Prozent sinkt oder auf über 1,37 Prozent steigt.

Experten nicht überrascht
Im letzten September war der Referenzzinssatz, der vierteljährlich festgelegt wird, auf das jetzige Niveau gesunken. Davor war er im März 2025 auf 1,50 Prozent zurückgegangen, nach zwei Erhöhungen Mitte und Ende 2023. Das aktuelle Niveau entspricht dem Tiefststand.

Für Experten ist es keine Überraschung, dass der Zinssatz bei 1,25 Prozent bleibt. Obschon der Leitzins der SNB seit Mitte 2025 bei Null liegt, sei ein noch tieferer Referenzzins kaum denkbar, hiess es im Vorfeld unisono.

Nie unter 1,17 Prozent
«Selbst nach mehreren Jahren im Negativzinsumfeld fiel der Durchschnittszins im Jahr 2022 lediglich auf einen Tiefpunkt von 1,17 Prozent», schrieb etwa das Immobilien Research der Zürcher Kantonalbank. Und auch das reichte nicht für eine Senkung des Referenzzinssatzes auf 1,00 Prozent.

Bei einer Senkung des Referenzzinssatzes um 0,25 Prozentpunkte, müssen die Vermieter den Mietzins um 2,9 Prozent reduzieren – sofern sie auch die vorherigen Erhöhungen umgesetzt haben. Umgekehrt dürfen die Vermieter den Mietzins um 3 Prozent erhöhen, wenn der Referenzzinssatz um 0,25 Prozentpunkte steigt.

Behalten die Ökonomen recht, sollten sich Mieterinnen und Mieter also nicht auf sinkende Mietzinsen freuen. Im Gegenteil drohen in absehbarer Zeit Erhöhungen.

Wann geht es aufwärts?
Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile rechnet im Jahr 2027 mit ein bis zwei Leitzinserhöhungen durch die Nationalbank (SNB) um je einen Viertelprozentpunkt – eine fortgesetzte Erholung der Schweizer Wirtschaft vorausgesetzt, wie er kürzlich sagte. «Dann käme ein Anstieg des Referenzzinssatzes wieder in Reichweite.»

Fabian Waltert von UBS hat einen etwas kürzeren Horizont im Auge, wie er im Vorfeld sagte. Denn es brauche nicht zwingend höhere Leinzinsen durch die SNB, damit der Referenzzinssatz steige. Höhere Kapitalmarktzinsen und damit teurere Festhypotheken reichten aus. Er rechnet damit, dass die Zinsen von Festhypotheken bis Herbst 2026 um rund 20 Basispunkte ansteigen. In diesem Szenario sei ein Referenzzinssatzanstieg «im ersten Halbjahr 2027 wahrscheinlich». (awp/mc/pg)

Exit mobile version