OBT-Branchenspiegel 2026: Stabile Basis – wachsender Druck

(Bild: OBT)

St. Gallen – Der Aftersales-Bereich bleibt das stabile Rückgrat der Branche und bestätigt seine zentrale Bedeutung für die Ertragskraft. Im Fahrzeughandel verschärft sich die Situation weiter, insbesondere im Neuwagenhandel. Gleichzeitig gewinnt die Werkstatt weiter an Bedeutung für die Betriebe. Trotz insgesamt stabiler Substanz bleiben die finanziellen Spielräume für notwendige Investitionen begrenzt.

Die aktuellen Kennzahlen zeigen ein klares Bild: Die Schweizer Garagenbranche steht zwar im Aftersales-Bereich weiterhin auf einer soliden Basis, sieht sich jedoch weiterhin mit anhaltendem Margendruck konfrontiert.

Im Fahrzeughandel hat sich die Ertragssituation weiter verschlechtert: Sowohl im Neuwagengeschäft als auch im Occasionshandel sind die Bruttomargen rückläufig, im Gebrauchtwagensegment besonders deutlich. Entsprechend sinkt auch der Deckungsbeitrag im Handel insgesamt. Hauptgründe dafür sind die weiterhin bestehende Zurückhaltung der Kunden bei der Anschaffung von Neuwagen, gestiegene Preise und das sich grundsätzlich verändernde Mobilitätsverhalten. Im Occasionsbereich kommt hinzu, dass Unsicherheiten bei Restwerten – insbesondere bei elektrifizierten Fahrzeugen – zusätzlich auf die Margen drücken.

Auch im Teilegeschäft zeigt sich ein leichter Rückgang der Bruttogewinne. Dies deutet darauf hin, dass der Margendruck zunehmend auch den Aftersales-Bereich erreicht, sei es durch steigende Beschaffungskosten, höhere Preissensibilität der Kunden oder veränderte Margen- und Marktstrukturen.

Erfreulich ist die Entwicklung im Werkstattbereich: Der SAF-Faktor ist erneut angestiegen und unterstreicht die zentrale Rolle des Aftersales für die Ertragskraft der Betriebe. Die Werkstatt trägt in zunehmendem Mass zur Deckung der Fixkosten bei und gewinnt damit weiter an strategischer Bedeutung – insbesondere vor dem Hintergrund rückläufiger Handelsmargen.

Der Eigenfinanzierungsgrad bleibt insgesamt stabil und zeigt, dass die Branche über eine gesunde Substanz verfügt. Gleichzeitig sind die finanziellen Spielräume für zusätzliche Investitionen begrenzt. Angesichts anstehender Herausforderungen – etwa im Bereich Elektromobilität, Digitalisierung oder Infrastruktur – bleibt dies ein zentraler Punkt für die weitere Entwicklung der Betriebe.

Die Marktentwicklung wirkt dabei zusätzlich bremsend: Die Neuwagenimmatrikulationen sind erneut rückläufig und liegen weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Gründe dafür sind unter anderem die wirtschaftliche Unsicherheit, hohe Kostenbelastungen sowie regulatorische Rahmenbedingungen.

Fazit
Die Branche bewegt sich in einem anspruchsvollen Umfeld. Die Ertragsquellen verschieben sich zunehmend in Richtung Aftersales. Für die Betriebe bedeutet dies, ihre Geschäftsmodelle konsequent weiterzuentwickeln, Effizienzpotenziale zu finden und zu nutzen und sich gezielt auf die veränderten Marktbedingungen einzustellen und entsprechend auszurichten.

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Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre. (OBT/mc/ps)

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