OBT: Nachfolgeplanung – der Treuhänder als Vertrauensperson, Koordinator und Wegbegleiter

(Bild: OBT)

St. Gallen – Die Nachfolgeregelung eines kleinen Familienunternehmens ist weit mehr als eine rein technische oder juristische Aufgabe. Sie stellt einen persönlichen und oft emotionalen Prozess dar, in dem der Treuhänder eine zentrale Rolle einnimmt. Häufig ist er der erste Ansprechpartner, wenn Unternehmer beginnen, sich mit dem Gedanken an eine Übergabe auseinanderzusetzen. Gerade bei kleinen Unternehmen in Familienhand kennt der Treuhänder nicht nur die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, sondern auch die familiären Verhältnisse, Sorgen und Hoffnungen des Inhabers.

Die Vertrauensbeziehung zwischen Treuhänder und Kunde ist ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Nachfolgeplanung. Viele Unternehmer führen ihren Betrieb seit Jahrzehnten und betrachten die Firma nicht nur als wirtschaftlichen Vermögenswert, sondern auch als Lebenswerk und Teil der Familiengeschichte.

Diese emotionale Bindung ist in der Beratung nicht zu unterschätzen. Ein Unternehmen wird nicht einfach verkauft oder übergeben, sondern es wird ein Stück der eigenen Identität abgegeben. Deshalb ist es essenziell, jemanden an der Seite zu haben, der das Lebenswerk und die persönliche Situation des Unternehmers versteht. Der Treuhänder bringt diese Nähe oft mit – im Unterschied zu externen Beratern, die erst später in den Prozess eingebunden werden.

Frühe Begleitung ist entscheidend

Erfahrungen zeigen, dass viele Unternehmer zu spät mit der Nachfolgeplanung beginnen. Ideal ist ein Zeithorizont von mindestens fünf bis zehn Jahren, um die Nachfolge sauber zu strukturieren, insbesondere wenn eine familieninterne Lösung angestrebt wird. In dieser Phase übernimmt der Treuhänder wichtige Funktionen:

Koordination im Beraternetzwerk

Eine gelungene Nachfolgelösung erfordert fast immer die Einbindung weiterer Spezialisten. Hier nimmt der Treuhänder eine koordinierende Rolle ein und sorgt dafür, dass die richtigen Fachpersonen zum passenden Zeitpunkt hinzugezogen werden:

Weiche Faktoren nicht vernachlässigen

Neben den wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten sind bei Familienunternehmen häufig auch zwischenmenschliche Spannungen relevant: Wer übernimmt die Verantwortung? Gibt es Konflikte innerhalb der Familie? Wie reagiert die Belegschaft auf einen Generationenwechsel?

Der Treuhänder ist durch seine Nähe zum Kunden oft in der Lage, solche Themen frühzeitig zu erkennen. Er kann als Moderator und Vermittler fungieren oder, wenn nötig, auf externe Coaches oder Mediatoren verweisen. (OBT/mc/ps)

Fazit

Die Nachfolgeplanung bei kleinen Familienunternehmen ist ein komplexer Prozess, der weit über rein technische oder juristische Fragen hinausgeht. Sie erfordert Feingefühl, Vertrauen und eine ganzheitliche Betrachtung. Treuhänder sind häufig die engsten Vertrauten ihrer Kunden und tragen eine grosse Verantwortung. Wer frühzeitig begleitet, umfassend berät und ein starkes Netzwerk von Spezialisten einbindet, schafft echten Mehrwert – für das Unternehmen und für die Unternehmerfamilie.

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