Schweizer M&A-Markt laut KPMG in Q3 verhalten

Merger

(Foto: Kheng Guan Toh – Fotolia.com)

Zürich – Der Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) in der Schweiz hat sich auch im dritten Quartal 2015 verhalten entwickelt. Die einheimischen Unternehmen waren an insgesamt 51 Deals im In- und Ausland beteiligt verglichen mit 109 Transaktionen im Vorjahr, so das Ergebnis einer KPMG-Studie vom Donnerstag. Grössere Bewegungen mit Schweizer Beteiligung verzeichnet die Versicherungsbranche. Eine Verstärkung der M&A-Aktivitäten erwartet KPMG für die Tourismusindustrie und den Detailhandel.

Während gemäss KPMG global die M&A-Aktivitäten auf neue Rekorde zusteuern, bleiben diese in der Schweiz auf tieferen Niveaus. Mit den 56 Transaktionen wurde im Schweizer M&A-Markt eine Gesamtvolumen von 36,0 Mrd USD im dritten Jahresviertel generiert. Das entspricht einer Abnahme von 28% gegenüber dem Vorjahr.

Chubb-Übernahme durch ACE die grösste Transaktion
Die mit Abstand grösste Transaktion im Umfang von 28,3 Mrd USD ging im Versicherungssektor über die Bühne: Der in Zürich domizilierte Versicherer ACE erwarb im Juli den Branchennachbarn Chubb. Dazu gesellte sich im gleichen Sektor die angekündigte Übernahme der britischen Guardian Financial Services durch die Swiss Re-Geschäftseinheit Admin Re über rund 2,4 Mrd USD.

Generell blieben gemäss KPMG aber grössere Transaktionen, welche vor allem das Jahr 2014 in der Schweiz zu einem M&A-Rekordjahr gemacht hatten, bisher weitgehend aus. Stattdessen bildeten in den vergangenen neun Monaten vor allem Transaktionen von KMU den Motor des M&A-Geschäfts.

Verstärkte M&A-Aktivitäten in Hotellerie und Detailhandel erwartet
In den kommenden Monaten «rechnen wir im Tourismus wie auch im Detailhandel mit zunehmenden M&A-Aktivitäten, insbesondere durch Detailhändler oder Hotelier, die in finanzielle Schieflage gekommen sind», erklärt Patrik Kerler, Leiter M&A bei KPMG Schweiz. Denn sowohl die Tourismusbranche als auch der Detailhandel sähen sich in den letzten Monaten vor neue Herausforderungen wie die Frankenstärke oder der wachsende Onlinehandel gestellt. Dies habe den ohnehin starken Wettbewerb zusätzlich verschärft, was anstehende M&A-Aktivitäten wahrscheinlich mach, heisst es weiter. (awp/mc/pg)

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