Zürich – Swiss Prime Site (SPS) rudert im Maag-Areal zurück. Das Ende September 2025 vor das Bundesgericht weitergezogene Verfahren, um die Genehmigung für den Bau eines Wohnturms zu erhalten, wird zurückgezogen. Das Projekt «Maaglive» verfolgt das Immobilienunternehmen nicht weiter.
Nun sollen die Maag-Hallen umfassend saniert und erhalten werden und würden langfristig an kulturelle Institutionen vermietet, hiess es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die Universität Zürich habe bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet über die Anmietung der Maag-Hallen als möglichen neuen Standort des Naturhistorischen Museums.
Uni-Rektor Michael Schaepman nennt das Angebot «mehr als eine interessante Option». Zürich hätte die Gelegenheit «ein weiteres Museum mit internationaler Ausstrahlung zu schaffen». Das Naturhistorische Museum ist derzeit im Hauptgebäude der Universität untergebracht.
Die aktuelle Planung sieht laut Mitteilung vor, Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen in den Maag-Hallen unterzubringen, ergänzt durch ein frei zugängliches Atrium im Bereich der Lichtstrasse.
2029 ist Schluss mit Musicals
Ende 2027 soll ein Baugesuch eingereicht und Mitte 2029 mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. SPS geht derzeit von Investitionskosten von rund 60 Millionen Franken aus. Vor diesem Hintergrund wurde der bestehende Mietvertrag mit Maag Music & Arts zur Zwischennutzung letztmals bis Mai 2029 verlängert.
Danach ist aber Schluss mit Musicals und Ausstellungen. Unter anderem wurden in den Maag-Hallen über 1000 Aufführungen des Dialekt-Musicals «Ewigi Liebi», das Abba-Musical «Mamma Mia» oder eine deutschsprachige Version von «Billy Elliott» gezeigt. Auch das Tonhalle-Orchester spielte während der Renovierung seiner Heimstätte drei Jahre lang in Zürich-West.
Stadt genehmigte Abbruch
Mit dem Entscheid der SPS geht ein langer Prozess zu Ende. Die Stadt Zürich hatte der Swiss Prime Site Immobilien AG ursprünglich eine Baubewilligung erteilt, die den Abbruch der beiden Eventhallen Lichthalle Maag und Maag Theater sowie des 1971 erstellten Büroturms genehmigt.
Geplant wäre ein Hochhaus mit Wohnungen gewesen. Laut SPS hätten zudem ein Kultur-Pavillon und ein baumbestandener Quartierplatz errichtet werden sollen. Die in der Nähe angesiedelte Hamasil-Stiftung und der Heimatschutz rekurrierten erfolgreich gegen die Baubewilligung.
Sowohl das Baurekursgericht, als auch das Verwaltungsgericht hiessen die Rekurse gut. Es gebe ausreichend konkrete Anhaltspunkte für die Schutzwürdigkeit der Hallen, hiess es beim Verwaltungsgericht. Die Stadt Zürich hätte abklären müssen, ob Schutzmassnahmen angebracht wären.
Im Quartier gab es Proteste gegen die Pläne der SPS. Eine Petition unterschrieben über 10’000 Personen. Auch politisch war der geplante Abriss umstritten. Das Stadtparlament beantragte, die geltenden Sonderbauvorschriften für das Gebiet anzupassen, um die Hallen zu erhalten. Der Kanton lehnte die Pläne aber als «unzweckmässig» ab. (awp/mc/ps)
