Wohnkosten in der Schweiz: Was ein Zimmer je nach Region kostet

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(Pexels)

Regensdorf – Wer in der Schweiz ein Zimmer sucht, stösst auf Preisspannen, die sich mit deutschen Verhältnissen kaum vergleichen lassen. Dasselbe möblierte Zimmer kostet in Zürich das Doppelte dessen, was im Jura verlangt wird, und der Unterschied erklärt sich nur zum Teil über die Ausstattung.

Für Berufseinsteigende, Wochenaufenthalter und Studierende entscheidet die Regionwahl deshalb stärker über das Budget als jede Verhandlung über die Miete. Die folgenden Grössenordnungen ordnen ein, womit zu rechnen ist und woraus sich die Unterschiede ergeben.

Die Spannweite zwischen den Kantonen

Grob lassen sich vier Preisniveaus unterscheiden, die sich weniger an Kantonsgrenzen als an der Erreichbarkeit der Wirtschaftszentren orientieren.

Der Sprung zwischen Zentrum und Umland ist dabei grösser als zwischen vielen Kantonen. Ein Zimmer zwanzig Bahnminuten ausserhalb von Zürich kostet häufig ein Drittel weniger als eines im Kreis 4, bei einer Wegzeit, die viele ohnehin auf sich nehmen.

Warum möbliert anders kalkuliert wird

Bei möblierten Zimmern verschiebt sich die Rechnung, weil Nebenkosten, Internet und Reinigung meist enthalten sind und keine Kaution in Höhe mehrerer Monatsmieten anfällt. Wer Zimmer in der ganzen Schweiz vergleicht, sollte deshalb auf die Gesamtkosten je Monat achten und nicht auf den Grundpreis. Anbieter wie apartment24 weisen die enthaltenen Leistungen getrennt aus, was den Vergleich zwischen einem möblierten Angebot und einer leeren Wohnung überhaupt erst möglich macht.

Ein zweiter Punkt betrifft die Vertragsdauer. Unbefristete Mietverträge für leere Wohnungen sind in den Zentren schwer zu bekommen und verlangen Betreibungsregisterauszug, Lohnnachweise und häufig eine Referenz. Möblierte Angebote laufen dagegen oft ab einem Monat und ohne diese Hürden, was für Zuziehende der entscheidende Vorteil ist.

Was die amtliche Statistik zeigt

Für belastbare Zahlen lohnt der Blick auf die offizielle Erhebung. Die Mietpreisstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik weist die durchschnittlichen Mietpreise nach Kanton, Zimmerzahl und Gemeindetyp aus und beruht auf der Strukturerhebung der Gebäude- und Wohnungsstatistik. Sie zeigt unter anderem, wie stark der Quadratmeterpreis mit sinkender Zimmerzahl steigt, was kleine Einheiten überproportional verteuert.

Dieser Effekt ist für die Zimmersuche zentral. Eine Einzimmerwohnung kostet pro Quadratmeter deutlich mehr als eine Vierzimmerwohnung, weil Küche und Bad unabhängig von der Grösse vorhanden sein müssen. Ein Zimmer in einer geteilten Wohnung umgeht diese Kostenschwelle und liegt deshalb regelmässig unter dem Preis einer eigenen kleinen Einheit.

Die Marktlage im Überblick

Die Entwicklung verläuft derzeit weniger dramatisch als in den Vorjahren. Eine Studie sieht leichte Entspannungssignale am Wohnungsmarkt, nach der bereits bei knapp jedem zwanzigsten Inserat der Mietzins gesenkt wird, um die Einheit überhaupt zu vermieten. Für die Schweiz insgesamt wird dennoch mit einem Anstieg der Angebotsmieten um rund zwei Prozent in diesem und anderthalb Prozent im kommenden Jahr gerechnet.

Entspannung bedeutet dabei nicht Entlastung. Die Knappheit stabilisiert sich lediglich auf hohem Niveau, statt sich weiter zuzuspitzen. Für Suchende heisst das, dass Geduld sich derzeit eher auszahlt als noch vor zwei Jahren, ohne dass mit spürbar sinkenden Preisen zu rechnen wäre.

Wo sich die Suche konkret lohnt

Innerhalb der teuren Zentren gibt es weiterhin Preisunterschiede zwischen den Quartieren, und sie fallen erheblich aus. In Basel liegen die teuersten Quartiere rund zwanzig beziehungsweise elf Prozent über dem Referenzniveau, während günstige Quartiere wie Klybeck oder Kleinhüningen fünf bis sieben Prozent darunter liegen. Ähnliche Spannen finden sich in Zürich und Bern.

Wer flexibel ist, gewinnt zusätzlich über den Zeitpunkt. Die Nachfrage konzentriert sich auf die Termine rund um Semesterbeginn und die üblichen Kündigungstermine Ende März, Ende Juni und Ende September. Wer dazwischen sucht, trifft auf weniger Mitbewerbende und gelegentlich auf Vermietende, die einen Leerstand vermeiden möchten.

Ein dritter Hebel ist die Wohnform. Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft liegt regelmässig dreissig bis vierzig Prozent unter dem Preis einer eigenen Kleinwohnung in derselben Lage. Für Aufenthalte unter einem Jahr ist das die wirtschaftlich klar überlegene Variante, zumal die Einrichtung entfällt.

Der Umzug ins Umland

Wie stark der Preisunterschied wirkt, zeigt die Wanderungsbewegung. Der Befund, dass hohe Mieten die Schweizer verstärkt in die Agglomeration verdrängen, stützt sich auf konkrete Zahlen. In Zürich liegt der Mietunterschied bei einer Fahrzeit von zehn Minuten bei rund zwanzig Prozent, bei zwanzig Minuten bei etwa einem Drittel und bei einer Stunde bei annähernd der Hälfte.

Für die Zimmersuche folgt daraus eine einfache Strategie. Der Suchradius wird in Bahnminuten gezogen statt in Kilometern. Ein Zimmer in Baden, Olten oder Liestal liegt verkehrstechnisch näher an einem Zürcher oder Basler Arbeitsplatz als manches Quartier in der Stadt selbst und kostet deutlich weniger.

Was sonst noch ins Budget gehört

Neben der Miete fallen Posten an, die aus deutscher Sicht ungewohnt sind. Die Krankenversicherung ist obligatorisch und wird pro Kopf bezahlt, mit Prämien, die je nach Kanton und Modell stark schwanken. Die Serafe-Abgabe für Radio und Fernsehen wird pro Haushalt erhoben, und bei einem Wochenaufenthalt kommt je nach Gemeinde eine Kurtaxe hinzu.

Realistisch sollten Zuziehende deshalb neben der Miete eine monatliche Grundlast von mehreren hundert Franken für Versicherung, Abgaben und Verkehr einplanen. Wer diese Posten vorab zusammenstellt, vergleicht Regionen auf einer belastbaren Grundlage und nicht allein anhand des Mietzinses.

Als Faustregel für die Suche gilt, das Budget zuerst festzulegen und danach die Region zu wählen. Wer umgekehrt vorgeht und sich auf ein Zentrum festlegt, findet fast immer etwas, zahlt dafür aber einen Aufschlag, der sich über ein Jahr auf mehrere Monatsmieten summiert. Sinnvoll ist ausserdem, den Suchzeitraum grosszügig anzusetzen. Wer sechs bis acht Wochen vor dem gewünschten Einzugstermin beginnt, kann Angebote vergleichen, statt das erste verfügbare zu nehmen. Bei möblierten Zimmern mit kurzer Kündigungsfrist lässt sich zudem zunächst eine Übergangslösung buchen und die dauerhafte Unterkunft in Ruhe vor Ort suchen. (ap/mc/hfu)


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