Allianz legt beim Gewinn die Latte höher

Oliver Bäte

Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz. (Foto: Allianz)

München – Geringe Schäden und gute Geschäfte in allen Bereichen beflügeln die Gewinnhoffnungen der Allianz . Für das laufende Geschäftsjahr fasst Vorstandschef Oliver Bäte beim operativen Gewinn jetzt die Marke von 11,3 Milliarden Euro ins Visier. Das ist das obere Ende der bisherigen Zielspanne, die von 10,3 bis 11,3 Milliarden Euro reicht. Im zweiten Quartal ging es vor allem im Schaden- und Unfallgeschäft deutlich aufwärts, nachdem ein Jahr zuvor hohe Katastrophenschäden das Ergebnis verhagelt hatten.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten hervorragend an. Nachdem der Versicherer seine Eckdaten überraschend am Mittwochabend mitgeteilt hatte, sprang die Allianz-Aktie am Donnerstagmorgen mit einen Kursplus von 1,92 Prozent an die Spitze des Dax . Analysten hatten bereits mit einem operativen Gewinn in der oberen Hälfte der Zielspanne gerechnet, waren bei ihren Prognosen von im Schnitt 11,0 Milliarden Euro aber nicht ganz so optimistisch wie jetzt die Allianz-Führung.

Katastrophen hatten das Vorjahr belastet
Im zweiten Quartal lief es für die Allianz glänzend. Der Gesamtumsatz legte zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 2,0 Prozent auf knapp 30 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn sprang um 23 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro in die Höhe. Der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss legte unter anderem dank niedrigerer Steuern um 83,4 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro zu.

Die starken Steigerungen lagen vor allem daran, dass im gleichen Zeitraum des Vorjahres Stürme, Überschwemmungen, Hagel und Brände am Gewinn gezehrt hatten. Unter dem Strich hatten zudem hohe Abschreibungen auf das Südkorea-Geschäft zu Buche geschlagen.

Alle Sparten legen zu
Diesmal trugen zu der positiven Entwicklung alle drei Sparten bei. Im Schaden- und Unfallgeschäft blieb nach Abzug der Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb deutlich mehr von den Prämieneinnahmen übrig als ein Jahr zuvor. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 96,4 auf 93,7 Prozent. Der operative Gewinn legte dadurch um 28 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu.

Das Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen warf von April bis Juni mit 1,1 Milliarden Euro 12 Prozent mehr ab als ein Jahr zuvor, und die Marge im Neugeschäft sprang von 2,6 auf 3,4 Prozent nach oben.

Mehr Geld von Anlegern
Besser lief es auch in der Vermögensverwaltung. Unter dem Strich flossen der Sparte mit ihren Fondsgesellschaften Pimco und Allianz Global Investors von Anlegern Nettomittel in Höhe von 55 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn stieg um knapp 17 Prozent auf 574 Millionen Euro. Weitere Details zum Geschäftsverlauf im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2017 wird Allianz wie angekündigt am 4. August veröffentlichen. (awp/mc/pg)

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