Altersvorsorge: Vielen Frauen fehlt schlicht das Geld

Vermögen

(Adobe Stock)

Winterthur – Frauen sind aufgrund von Teilzeitarbeit und tieferem Einkommen in der AHV und in der beruflichen Vorsorge oftmals schlechter gestellt als Männer. Gleichzeitig sparen sie auch seltener in der 3. Säule, wie eine repräsentative Umfrage der AXA zeigt. Rund ein Drittel der Frauen hat gar keine 3. Säule, obschon sie genau damit ihre Altersvorsorge merklich verbessern könnten. Der Hauptgrund: Vielen fehlt schlichtweg das Geld.

Fast jede dritte Frau in der Schweiz hat Bedenken, dass sie nach der Pensionierung ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten kann. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage der AXA bei 1000 Schweizerinnen und Schweizern. Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich die Sorge um die finanzielle Absicherung im Alter zudem weiter verschärft: Jede zweite Frau macht sich seither noch mehr Sorgen um die finanzielle Absicherung im Alter.

Ein Drittel der Frauen hat keine 3. Säule
Die Sorge der Frauen ist nicht unbegründet. Aufgrund häufigerer Teilzeitarbeit und geringerem Einkommen erhalten Frauen Studien zufolge durchschnittlich rund ein Drittel weniger Rente aus der 1. Säule (AHV) und 2. Säule (BVG) als Männer, wobei der grössere Teil dieses sogenannten Pension Gender Gaps aus der beruflichen Vorsorge stammt.

Solche Vorsorgelücken liessen sich etwa über die 3. Säule schliessen. Doch gerade Frauen, die häufiger von Vorsorgelücken betroffen sind als Männer, sparen auch seltener in der 3. Säule: Während fast 4/5 der Männer über eine Säule 3a-Lösung verfügen, sind es bei den Frauen nur knapp 2/3. Hauptgrund dafür ist, dass vielen Frauen das nötige Geld dafür fehlt.

Ausschlaggebend ist die Einkommenshöhe
So gaben 68 % der Frauen, die über keine 3. Säule verfügen, fehlende finanzielle Mittel als Grund dafür an. Da Frauen häufiger Teilzeit arbeiten und ein niedrigeres Einkommen haben, bleibt weniger übrig für das private Vorsorgesparen. Denn ob jemand in die 3. Säule einzahlt oder nicht, hängt stark von der Einkommenshöhe ab. Je höher das Einkommen, desto eher wird in der 3. Säule gespart, und zwar unabhängig vom Geschlecht: Bei einem Einkommen bis 6000 CHF pro Monat sparen 57 % der Männer und 56 % der Frauen in der Säule 3a, bei einem Einkommen über 6000 CHF sind es 88 % der Männer und 84 % der Frauen.

Männer setzen häufiger auf Wertschriften
Am beliebtesten ist sowohl bei Männern wie auch Frauen nach wie vor die klassische Säule 3a-Lösung, wobei der Anteil derjenigen, die zumindest teilweise auch auf Wertschriften setzen, in den letzten zwei Jahren zugenommen hat. Auffällig ist, dass Männer deutlich häufiger auf Wertschriftenlösungen setzen als Frauen und so ein zusätzliches Renditepotenzial anstreben (36 % bei den Männern vs. 22 % bei den Frauen).

Kristian Kanthak, Leiter Private Vorsorge bei der AXA Schweiz: «Frauen investieren generell seltener in die 3. Säule und insbesondere auch in Wertschriftenlösungen als Männer. Zum einen ist dies auf fehlende finanzielle Mittel zurückzuführen, zum andern geben Frauen aber auch öfters an, dass sie sich mit Wertschriften zu wenig auskennen und deshalb lieber auf eine klassische Säule 3a setzen.»

Wer seine private Vorsorge auf einem klassischen 3a-Konto parkiert, erhält heutzutage meist nur 0,2 % oder weniger an Zins gutgeschrieben. Bei langem Anlagehorizont bieten insbesondere Wertschriftenfonds mit hohem Aktienanteil deutlich mehr Renditepotenzial. Für jene, welche noch 20 Jahre oder mehr bis zur Pensionierung sparen, kann dies unter Umständen im Alter einen Unterschied von über 100’000 Franken ausmachen.

Kristian Kanthak: «Viele Vorsorgesparer könnten das Potenzial der 3. Säule noch deutlich besser nutzen. Gerade auch Frauen, die aufgrund von Teilzeitarbeit oder Erwerbsunterbrüchen allfällige Vorsorgelücken haben, könnten diese anhand der 3. Säule mit Wertschriftenanteil spürbar verbessern, selbst wenn sie nicht den Maximalbetrag einbezahlen, sondern sich für kleinere Summen entscheiden.» (mc/pg)

Exit mobile version