Bern – Kräftiges Wachstum im Anlage- und Hypothekengeschäft und das zweitbeste operative Ergebnis in der Geschichte: Bei der Berner Kantonalbank (BEKB) lief es im vergangenen Jahr in einem schwierigen Umfeld ziemlich rund. Zu schaffen machen der Bank allerdings, wie auch der Konkurrenz, die tiefen Zinsen.
«Ein Zinsumfeld um null Prozent ist für Banken eine der grössten Herausforderungen», sagte BEKB-Chef Armin Brun an der Bilanzmedienkonferenz vom Donnerstag. Die Nationalbank (SNB) hatte den Leitzins im letzten Jahr in mehreren Schritten bis im Sommer auf null gesenkt. Das erschwert es den Banken, im Zinsengeschäft eine gute Marge zu erzielen.
Als Folge davon fiel der Zinserfolg netto um 4,0 Prozent auf 376,7 Millionen Franken. Immerhin bewegten sich die Wertberichtigungen auf dem Kreditportfolio auf tiefem Niveau.
Lukratives Anlagegeschäft
Den Rückgang im Hauptgeschäft hat die BEKB teilweise mit dem immer grösser werdenden Anlagegeschäft aufgefangen. Der Kommissions- und Dienstleistungserfolg stieg um beinahe 10 Prozent auf 126,0 Millionen Franken.
«Wir ernten im Anlagegeschäft die Früchte aus den in der Vergangenheit getätigten Investitionen. Und wir streben in diesem Geschäft weiteres Wachstum an», sagte Brun. Besonders in unsicheren Zeiten ziehe die Nachfrage nach Anlage-, Vorsorge- und Beratungsdienstleistungen an und der BEKB gelinge es, neue Kundinnen und Kunden dazuzugewinnen.
«Im 2025 haben wir gut 700 Vermögensverwaltungsmandate gewonnen. Das ist ein guter Wert», ergänzte Finanzchefin Beatrice Kern. Der Bank flossen insgesamt Nettoneugelder von 0,7 Milliarden zu, und die verwalteten Vermögen legten um 5,8 Prozent auf 45,3 Milliarden Franken per Ende Jahr zu.
Kräftiges Wachstum erzielte die BEKB auch im Kreditgeschäft. Die Kundenausleihungen stiegen um 4,6 Prozent 31,9 Milliarden Franken, wobei mit Hypotheken allein ein Plus von 6,2 Prozent erzielt wurde. Nebst steigenden Immobilienpreisen dürften Institute wie die BEKB in der Kundenakquise auch vom Zusammenschluss der UBS mit der CS profitiert haben.
Weitere Dividendenerhöhung
Das schwierige Zinsumfeld sowie höhere Personal- und IT-Kosten drückten allerdings auf das Ergebnis: Der Geschäftserfolg, der in der Branche als Mass für die operative Leistung gilt, fiel um 11 Prozent auf 220,7 Millionen Franken. Und unter dem Strich sank der Reingewinn um 2,9 Prozent auf 175,4 Millionen Franken.
«Damit haben wir aber nach dem Rekord von 2024 immer noch das zweitbeste operative Ergebnis in der Geschichte der Bank erzielt», sagte Brun. Vor diesem Hintergrund schlägt der Verwaltungsrat die nächste Dividendenerhöhung um 40 Rappen auf 10,80 Franken je Aktie vor. Dies wäre die dreissigste Erhöhung in Folge.
Mit Blick nach vorne rechnet Brun mit weiterhin schwierigen Bedingungen: «Wir gehen in den kommenden Jahren von Nullzinsen in der Schweiz aus. Der Druck auf unsere Zinsmarge wird also anhalten.» Im laufenden Jahr will die BEKB den Gewinn auf dem Niveau von 2025 halten. Weiteres Wachstum und eine etwas schlankere Kostenstruktur sollen dabei helfen. (awp/mc/ps)
