Bern – Faste jede fünfte Person ab 65 Jahren ist im vergangenen Jahr laut einer Umfrage mindestens einmal gestürzt. Die Folge sind volkswirtschaftliche Kosten in der Höhe von rund 1,8 Milliarden Franken, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung mitteilt.
Mit der alternden Bevölkerung werde die Zahl der schweren Sturzunfälle denn auch weiter steigen, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) am Dienstag weiter mitteilte.
Daraus entstünden hohe volkswirtschaftliche Kosten, die auf medizinische Behandlungen, Produktionsausfälle durch Absenzen, Wiederbesetzungskosten und administrative Kosten der Versicherung zurückzuführen seien. Ein weiterer Kostenfaktor sind laut der BFU Sachschäden sowie Polizei- und Rechtsfolgekosten.
Risikofaktoren untersucht
Durch die Folgen eines Sturzes sterben in der Schweiz jährlich mehr als 1700 Menschen. Hinzu kommen jährlich knapp 6500 Schwerverletzte. 95 Prozent davon sind laut der BFU 65 Jahre alt oder älter.
Die von April bis Juni 2025 unter rund 1000 älteren Menschen durchgeführte Befragung untersuchte gezielt das Sturzrisiko der älteren Bevölkerung in der Schweiz. Fast jede zweite Person zwischen 65 und 74 Jahren wies dabei einen zentralen Risikofaktor für ein erhöhtes Sturzrisiko auf.
Bei den über 85-Jährigen betraf dies mehr als drei von vier Personen. Zu den zentralen Anzeichen gehörten Unsicherheit beim Stehen oder Gehen, Sturzangst oder bereits erlittene Stürze in den letzten zwölf Monaten.
Potenzial für Prävention bleibt ungenutzt
Viele Stürze würden sich laut der Mitteilung der BFU mit entsprechenden präventiven Massnahmen verhindern lassen. «Wer sein persönliches Sturzrisiko kennt und etwas dagegen unternimmt, kann viel dafür tun, auch im Alter sicher und selbstständig zu bleiben», wurde Cédric Eschmann, Leiter der Abteilung Haus und Freizeit der BFU, in der Mitteilung zitiert.
Die Befragung ergab allerdings, das bewährte Präventionsmassnahmen oftmals ungenutzt bleiben. Ein hohes Potenzial, um die Sturzgefahr zu minimieren, sieht die BFU im privaten Wohnraum. Nur sechs Prozent der Befragten haben ihre Wohnung oder ihr Haus professionell auf Sturzgefahren überprüfen lassen. Weitere präventive Massnahmen die ergriffen werden könnten, sind Kraft- und Gleichgewichtstraining sowie die Überprüfung von Nebenwirkungen bei Medikamenten und der Sehkraft. (awp/mc/ps)
