Zürich – Die Kryptowährung Bitcoin setzt ihren Abwärtstrend fort. Am frühen Montagmorgen wurde die «Krypto-Leitwährung» teilweise unter 75’000 Dollar gehandelt. Damit summiert sich das Minus der letzten sieben Tage auf rund 12 Prozent.
Aktuell notiert ein Bitcoin bei 77’000 Dollar und damit wieder etwas höher. Am frühen Morgen markierte die Blockchain-Devise ein Tief von 74’532 Dollar und landete damit wieder in der Region von April 2025.
«Cocktail der Unsicherheit»
«Am Markt herrscht aktuell ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geldpolitischen Unwägbarkeiten und geopolitischen Risiken», schreibt Analyst Timo Emden. Vor allem die anhaltende Unklarheit über den zukünftigen Zinskurs in den USA sowie Spannungen in mehreren Weltregionen habe die Risikobereitschaft der Anleger deutlich gedämpft.
Händler erklären die Unsicherheit mit der Nominierung des neuen Fed-Chefs. US-Präsident Donald Trump schlägt den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell vor. Die Personalie schürt laut Marktbeobachtern an den Märkten Zweifel, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird. Denn Warsch gilt eher als ein Befürworter einer restriktiven Geldpolitik.
Lange Verlustserie
Dies belastet Risikoanlagen wie den Bitcoin. Gleichzeitig endete auch der jüngste Höhenflug bislang als sicher geltender Werte abrupt. Der deutliche Preisrückgang bei Gold, Silber und Kupfer lässt das Narrativ vom Bitcoin als «digitalem Gold» weiter bröckeln. Die Kryptowährung konnte nicht nur am vorherigen Anstieg der Edelmetalle nicht partizipieren, sondern gerät nun zusätzlich im Zuge des breiten Abverkaufs unter Druck.
Damit steuert der Bitcoin laut den Händlern von Crypto Finance auf seine längste monatliche Verlustserie seit 2018 hin. Die Risikoaversion und die Konkurrenz durch traditionelle sichere Häfen hätten «ihren Tribut gefordert», schreibt Analyst Tim Beer.
Er sieht im aktuellen Rückgang aber eher eine makroökonomische Neubewertungen und keine «strukturelle Belastungen» für den Kryptomarkt. Wenn sich das Risiko stabilisiert und die Liquiditätsängste nachlassen, brauche die Kryptowährung keine guten Nachrichten, um sich zu erholen. (awp/mc/ps)
