Credit Suisse veräussert ETF-Sparte an BlackRock

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Credit Suisse-Hauptsitz in Zürich. (Foto: Credit Suisse)

Credit Suisse-Haupsitz in Zürich. (Bild: Credit Suisse)

Zürich – Die Credit Suisse verkauft ihr ETF-Geschäft an den US-Vermögensverwalter BlackRock. Der Verkauf mit einem verwalteten Vermögen von 16,0 Mrd CHF (per 30.11.) ist Teil der im letzten Juli angekündigten strategischen Veräusserungen. Die Transaktion soll, vorbehaltlich der Erfüllung der üblichen Bedingungen wie der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden, bis Ende des zweiten Quartals 2013 abgeschlossen sein, teilte die Grossbank am Donnerstag mit. Weitere Details zu der Transaktion werden nicht bekannt gegeben.

Wie BlackRock ausserdem mitteilte, soll mit diesem Schritt die Marktposition in der Schweiz ausgebaut und das Angebot für Schweizer Anleger erweitert werden. Die heutige Vereinbarung unterstreiche das Bekenntnis zum Schweizer Markt, verstärke die lokale Präsenz von BlackRock und stelle nach dem Erwerb der Swiss Re Private Equity Partners im letzten Jahr nun die zweite Akquisition in der Schweiz in den vergangenen zwölf Monaten dar, heisst es.

Übernahme ergänzt iShares-Plattform von BlackRock
Laut der BlackRock-Mitteilung verwaltet die CS in den 58 Fonds des ETF-Angebots ein Vermögen von 17,6 Mrd USD, davon 8,7 Mrd in neun Fonds mit Domizil in der Schweiz, sowie in Fonds mit Sitz in Irland und Luxemburg. Die Übernahme ergänze die ETF-Plattform von BlackRock mit Namen iShares. Durch die kombinierte Plattform erhielten Schweizer Kunden Zugang zum «grössten europäischen ETF-Angebot» in den Kategorien Aktien, Obligationen und Gold. Nach Abschluss der Transaktion werde das Angebot in der EMEA-Region 264 ETFs mit einem verwalteten Vermögen von 157,6 Mrd USD umfassen.

Wie es im CS-Communiqué weiter heisst, will die Bank über ihre Division Private Banking & Wealth Management ein grosser ETF-Investor bleiben und das Angebot börsengehandelter Fonds in Zusammenarbeit mit BlackRock erweitern. Die CS hatte im Juli ein grösseres Paket mit Massnahmen zur Eigenkapitalstärkung bekannt gegeben und dann im Oktober anlässlich der Publikation der Drittquartalszahlen auch präzisiert, dass sie in diesem Zusammenhang einen Verkauf des ETF-Geschäftes prüfe.

Verkaufspreis dürfte gering gewesen sein
In Analystenkreisen wirft der (so erwartete) Verkauf keine grossen Wellen. Das Geschäft, das mit 16 Mrd verwalteter Vermögen (AuM) rund 4% der gesamten AuM der Sparte Asset Management (Stand Q3) ausmachte, dürfte zu einem relativ geringen Preis verkauft worden sein, meint etwa die Bank Vontobel. Das ETF-Geschäft sei generell ein tiefmargiges Geschäft, das nur in der Menge attraktiv sei. Die Bank bestätigt ihr ‹Hold›-Rating mit Kursziel 22,50 CHF.

Die Bank Sarasin sieht das ähnlich. Die Devestition sei klein und repräsentiere lediglich 1,3% der gesamten AuM, ausserdem seien die Margen im ETF-Geschäft gering, so dass der Verkaufspreis ziemlich tief gewesen sein dürfte. Allerdings werde der Verkauf Ressourcen frei machen, kommentiert die Bank den Schritt doch eher positiv. Für die CS-Aktie hat Sarasin ein ‹Neutral›.

CS-Aktie leicht über Gesamtmarkt
Die CS-Aktie notiert kurz nach Eröffnung 0,7% höher bei 25,13 CHF (SMI +0,2%). Dies dürfte laut Marktkreisen aber vor allem auf eine Höherstufung der CS-Aktie auf ‹Buy› mit Kursziel 30 CHF durch die japanische Bank Nomura zurückzuführen sein. (awp/mc/upd/ps)

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