Descartes Finance: Die Märkte sind gut in die 2. Halbzeit gestartet

Adriano Lucatelli, Mitgründer & CEO Descartes Finance AG. (Foto: Descartes Finance AG)

Die Grundstimmung hat sich aufgehellt, und der Sommer scheint den Börsen offenbar gut zu bekommen. Der breite US-Aktienindex hat seit Anfang Monat um knapp 8% und der Schweizer SPI um rund 4% zugelegt.

Kommentar von Adriano Lucatelli

1. Aktien
Die positive Stimmung könnte sich als Falle erweisen. Die Fed wird weiterhin kräftig an der Zinsschraube drehen müssen, um die hartnäckige Inflation zu bändigen. Dies wiederum dürfte die Konjunktur weiterhin belasten.

2. Obligationen
Die Fed hat ihren Kampf gegen die hartnäckig hoch bleibende Inflation mit einer kräftigen Zinsanhebung fortgesetzt, die wohl nicht die letzte bleiben wird. Im derzeitigen Zinszyklus kann mit keiner Verlangsamung gerechnet werden. Dieses Szenario spricht demnach nicht für Anleihen.

3. US-Dollar
Heuer ist der Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen um mehr als 10% gestiegen und hat damit ein Niveau erreicht, dass seit 2002 nicht mehr beobachtet wurde. Solange die Fed nicht von ihrer aggressiven Zinskampagne abkehrt, wird der Greenback stark bleiben. Ansonsten droht ein Abverkauf.

4. Gold
Gold hat in US-Dollar seit Jahresbeginn rund 4% verloren. Gründe sind die starke US-Währung sowie die höheren Nominalzinsen in den USA. Die wachsenden Rezessionsängste dürften aber das gelbe Edelmetall auf dem gegenwärtigen Niveau stützen.

5. Erdöl
Das schwarze Gold hat im Berichtsmonat gelitten, profitiert aber gegenwärtig von starken Unternehmensdaten. Rezessionssorgen bleiben aber das Damoklesschwert.


Dies ist eine Einschätzung von Adriano Lucatelli, Finanzexperte und Mitgründer sowie Geschäftsführer von Descartes. Die Prognosen und Aussagen über die Finanzmärkte widerspiegeln die persönliche Meinung von Adriano Lucatelli zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich jederzeit verändern. Verweise auf bestimmte Wertpapiere, Vermögensklassen oder Finanzmärkte dienen nur zu Illustrationszwecken und sollten nicht als Beratung oder Empfehlung in Bezug auf den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren verstanden werden.


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