Zürich – Die Privatbank EFG International ist im ersten Semester 2026 beim Gewinn wegen eines wegfallenden Sonderertrages unter dem Vorjahreswert geblieben. Das Institut hat gleichzeitig sein schnelles Neugeldwachstum fortgesetzt.
Der Reingewinn lag laut Mitteilung vom Mittwoch für die ersten sechs Monate des Jahres mit 184,6 Millionen Franken deutlich unter dem Vorjahreswert von 221,2 Millionen. 2025 hatte EFG in der Periode allerdings einen Sonderertrag von rund 45 Millionen Franken aus einem Rechtsstreits mit einem taiwanesischen Versicherer verbucht. Ohne diesen Effekt hätte der Gewinn um 5 Prozent zugelegt, heisst es in der Mitteilung.
Hohe Zuflüsse
Der Bank flossen im ersten Halbjahr insgesamt Nettoneugelder von 5,7 Milliarden Franken zu, womit sie auch die Zuflüsse der Vorjahresperiode von 5,4 Milliarden noch einmal übertraf. Der Betrag entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 6,2 Prozent, womit der Zufluss leicht über dem eigenen Zielbereich von 4 bis 6 Prozent ausfiel.
Die verwalteten Vermögen (Assets under Management) beliefen sich per Mitte Jahr auf 196,3 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 6,2 Prozent zum Wert per Ende 2025 entspricht. Neben dem Neugeldzufluss profitierte EFG von starken Finanzmärkten.
Das Finanzinstitut hat per 21. Juli nun die Übernahme der Zürcher Privatbank Quilvest abgeschlossen. Damit seien die verwalteten Vermögen bereits über die Marke von 200 Milliarden Franken gestiegen, heisst es. Die Kundenvermögen von Quilvest betragen rund 4 Milliarden Franken. Sie soll bis Ende Jahr in die EFG Bank integriert werden.
Höhere Kosten wegen Übernahmen
Insgesamt erzielte EFG einen Betriebsertrag von 856,5 Millionen Franken. Unter Ausschluss des Sonderertrags der Vorjahresperiode stieg dieser um 7 Prozent. Dabei konnte die Bank von hohen Kommissionserträgen profitieren. Die Bruttomarge lag mit 91 Basispunkten allerdings unter dem Vorjahreswert von 97 BP-
Die Kosten erhöhten sich gleichzeitig um 8 Prozent. Der Anstieg war nicht zuletzt auf die Integration der Institute Cité Gestion und ISG zurückzuführen – unter Ausklammerung der beiden Akquisitionen seien die Kosten etwa unverändert geblieben, schreibt EFG.
Das Kosten-Ertrags-Verhältnis (CI-Ratio) blieb mit 71,5 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres von (71,2% unter Ausklammerung des Sonderertrags). EFG setze seine Bemühungen für Kosteneffizienz derweil fort, heisst es in der Mitteilung.
Neue Kundenberater
Die Bank stellte in den ersten sechs Monaten 39 neue Kundenberaterinnen und Kundenberater (Client Relationship Officer CRO) ein. Dazu kommen 33 weitere neue Berater, die ihre Arbeit bei EFG zum Stichtag noch nicht aufgenommen hatten. Die Bank hat sich zum Ziel gesetzt, jährlich 50 bis 70 neuen Kundenberatern anzustellen.
Mit den Resultaten hat die Privatbank die Erwartungen der Analysten beim Reingewinn und beim Betriebsertrag verfehlt. So war der Reingewinn im Schnitt (AWP-Konsens) bei 200,0 Millionen Franken erwartet worden. Die Neugeldzuflüsse und die verwalteten Vermögen liegen dagegen leicht über den Prognosen der Experten. (awp/mc/pg)
