Euro/Franken-Wechselkurs: Das sind die aktuellen Entwicklungen

Euro

(Foto: Nico Meier / pixelio.de)

Zürich – Der Euro/Franken-Wechselkurs wurde in den letzten Wochen genauer unter die Lupe genommen. Vor allem Trader, die sich mit dem Euro/Franken-Wechselkurs befassten und die Kurse verfolgten, waren mit Sicherheit überrascht, da es in den letzten Tagen erhebliche Veränderungen gab. 

Von Ben Barlow

Zu Beginn des Monats befand sich der EUR/CHF-Wechselkurs in der Nähe des Achtmonatstiefs. Der Wechselkurs fiel auf 1,0625. Das lag wohl an dem Umstand, dass die schweizerische Wirtschaft kaum gewachsen ist. So stieg das BIP des Landes um 0,1 Prozent (4. Quartal). Die Analysten rechneten jedoch mit einem höheren Zuwachs und spekulierten mit einem BIP von 0,4 Prozent. Auf Jahressicht verbuchte das BIP einen Anstieg um 0,6 Prozent. Im weiteren Handelsverkauf konnte der EUR/CHF-Wechselkurs auf 1,0722 hochklettern, rutschte jedoch wieder auf 1,0684. Mit Mitte März stieg der Euro aber wieder – die Überraschung der Experten und Analysten war gewaltig, als der Kurs auf 1,0747 kletterte.

Chart: Metatrader bei IG

Wird der europäische Leitzinssatz erhöht?
Während vor ein paar Tagen noch ein EUR/CHF-Wechselkurs von 1,0684 bestand, konnte der Euro an Stärke gewinnen; derzeit liegt der Wechselkurs bei 1,0747. Es sind vor allem diverse Gerüchte, die Auswirkungen auf den EUR/CHF-Wechselkurs hatten. So wurden am vergangenen Freitag «Insider-Informationen» veröffentlicht, die von dem Umstand berichten, dass der Rat der Europäischen Zentralbank bereits über eine Erhöhung des Leitzinssatzes diskutiert habe. Mario Draghi, der Vorsitzende der EZB, verwies zwar neuerlich auf die ultra-lockere Geldpolitik, weiß aber, dass die Inflation bei 2 Prozent liegt. Auch Deutschland sei bereits für eine Anhebung des Leitzinssatzes.

Doch bei der Inflation gehe es Draghi nur um den «Kern». Die Kerninflation liege derzeit bei 0,9 Prozent. Er gehe des Weiteren davon aus, dass die Inflation im April wieder fallen werde. Experten meinen hingegen, die Kerninflation würde sich demnächst bei 1,5 Prozent einpendeln. Wohl noch immer kein Grund, damit Draghi und die EZB den Leitzinssatz erhöhen.

Der Euro befindet sich noch vor einigen Herausforderungen
Der Euro wurde zwar – aufgrund der Gerüchteküche – stärker, sodass auch der EUR/CHF-Wechselkurs in Fahrt kam, wird aber wohl – wenn Draghi den Zinssatz belässt – wieder schwächer werden. Ob es zur Parität mit dem US-Dollar kommen wird? Experten glauben, dass es nur noch eine Frage der Zeit sein wird. Vor allem lastet auf dem Euro ein gehöriger Druck: In wenigen Tagen finden die Wahlen in den Niederlanden statt; in wenigen Wochen wird in Frankreich der neue Bundespräsident gewählt. Die EU befürchtet Wahlsiege (oder zumindest extrem hohe Zugewinne) für die EU-kritischen Kandidaten. So könnte die «Partij voor de Vrijheid» die meisten Stimmen bekommen; Geert Wilders, der Vorsitzende der PVV, ist für seine kritische Haltung gegenüber der Union bekannt. In Frankreich kandidiert zudem Marine Le Pen für das Amt des Präsidenten. Experten sind überzeugt, dass die Vorsitzende des Front National in die Stichwahl kommen wird. Wird Le Pen Präsidentin, werden die Franzosen befragt werden, ob sie weiterhin ein Teil der Europäischen Union bleiben oder doch lieber den Briten nachfolgen sollen.

Welche Auswirkungen haben die politischen Entwicklungen auf den EUR/CHF-Wechselkurs?
Der Euro mag sich zwar nun im Aufwind befinden, wird aber – wohl aufgrund der bevorstehenden Ereignisse und möglichen Krisen – wohl bald wieder Verluste hinnehmen müssen. So kann man davon ausgehen, dass der EUR/CHF-Wechselkurs demnächst sein achtmonatiges Tief erreichen könnte.

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