EY: US-Konzerne dominieren die Weltbörsen – 12 Schweizer Unternehmen unter den Top 500

Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner von EY in der Schweiz. (Foto: EY)

Zürich – Trotz der anhaltend schwierigen politischen und konjunkturellen Lage haben die weltweit wichtigsten Unternehmen im Laufe des Jahres 2025 weiter massiv an Wert gewonnen: Der Börsenwert der 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen stieg seit Ende des vergangenen Jahres um 23 Prozent beziehungsweise um mehr als zehn Billionen US-Dollar auf den neuen Rekordwert von 54,4 Billionen US-Dollar. Den stärksten Wertzuwachs verzeichneten die asiatischen Unternehmen, deren Börsenwert um knapp 27 Prozent zulegte. Die US-Konzerne konnten ihren Wert um 23 Prozent steigern, die europäischen um 20 Prozent. Damit liegt der kumulierte Börsenwert der Top 100 sogar um 55 Prozent über dem Wert vom Jahresende 2023, als er sich auf rund 35 Billionen US-Dollar aufaddierte.

US-amerikanische Unternehmen dominieren weiterhin das Ranking
Aktuell sind die USA mit 60 Konzernen in den Top 100 vertreten, das sind zwei weniger als zum Jahresende 2024. China auf Rang zwei stellt aktuell elf Unternehmen, das ist eins mehr als vor einem Jahr. Auf Rang drei folgt Grossbritannien, das es aktuell auf vier Unternehmen bringt. Die Schweiz ist zum Stichtag mit drei Unternehmen – Roche, Novartis und Nestlé – vertreten und teilt sich mit Deutschland und Frankreich, die ebenfalls jeweils drei Unternehmen platzieren, Rang vier.

Acht der zehn aktuell teuersten Unternehmen der Welt haben ihren Sitz in den Vereinigten Staaten. Das teuerste Unternehmen ist derzeit Nvidia (4531,7 Milliarden US-Dollar), gefolgt von Apple (4017,1 Milliarden US-Dollar), Alphabet (3781,3 Milliarden US-Dollar) und Microsoft (3594,4 Milliarden US-Dollar). Neben den USA ist noch Saudi-Arabien mit Saudi Aramco (1536,8 Milliarden US-Dollar) und Taiwan mit der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (1280,0 Milliarden US-Dollar) in den Top 10 vertreten. Das wertvollste europäische Unternehmen ist neu der niederländische Technologiekonzern ASML (Rang 24), der EUV-Lithografie-Maschinen für die Produktion von Computerchips herstellt.

Diese Ergebnisse stammen aus einer Analyse des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen EY, welche die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit halbjährlich untersucht. Stichtag für die vorliegende Analyse ist der 31. Dezember 2025 (Börsenschluss).

Der KI-Boom treibt die Märkte – Europa bleibt Zuschauer
Das Branchenranking wird wie vor einem Jahr vom Technologiesektor angeführt, der mit 27 Unternehmen in den Top 100 vertreten ist. Das sind nochmals drei mehr als zum Jahresende 2024. Rang zwei teilen sich die Konsumgüterbranche und der Finanzsektor mit jeweils 20 Unternehmen unter den Top 100. Am deutlichsten zugelegt gegenüber Jahresende 2024 haben der Industrie- (plus 44 Prozent) und Technologiesektor (plus 34 Prozent), am deutlichsten an Boden verloren hat die Energiebranche mit einem Rückgang von 2 Prozent.

«Das Jahr 2025 stand an den Weltbörsen ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz», sagt Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner von EY in der Schweiz. «Dass sich nicht weitere Schweizer Unternehmen in diesem Segment unter den Top 100 der Welt platzieren, ist weniger ein Zeichen mangelnder Qualität als Ausdruck der globalen Marktstärke der US-Technologiekonzerne. Die Börsenbewertung folgt zunehmend technologischer Skalierung, während die Schweiz traditionell durch Substanz, Resilienz und langfristige Wertschöpfung überzeugt», erklärt Stefan Rösch-Rütsche.

Schweizer Unternehmen mit stabiler Präsenz im globalen Ranking
Die Schweizer Unternehmen zeigen eine konstante Platzierung in der Weltrangliste und konnten zum Teil sogar deutlich Plätze gut machen. So liegt Roche als Spitzenreiter aus der Schweiz neu auf Rang 31 (Vorjahr 46) mit einer Marktkapitalisierung von 353,4 Milliarden US-Dollar, was über 50% mehr ist im Vergleich zum Vorjahr (31. Dezember 2024). Novartis steigt von Rang 66 auf Rang 53 auf mit 265,2 Milliarden US-Dollar und ist damit neu die Schweizer Nummer zwei, da Nestlé im Vergleich zum Vorjahr von Rang 51 auf Rang 57 abgestiegen ist und eine Kapitalisierung von 255,5 Milliarden US-Dollar aufweist.

Auch einige Schweizer Unternehmen ausserhalb der Top 100 konnten ihre Position gegenüber dem Jahresbeginn verbessern. Unter den Top 300 finden sich insgesamt acht Schweizer Unternehmen. Zu den oben genannten Konzernen kommen folgende fünf Unternehmen hinzu: Die UBS führt das Verfolgerfeld neu an und liegt mit einem Börsenwert von 147,7 Milliarden US-Dollar auf Rang 128 (Vorjahr 170) gefolgt von ABB mit 135,9 Milliarden US-Dollar auf Rang 142 (Vorjahr 166). Auch Richemont hat Plätze gut gemacht und rangiert mit einer Marktkapitalisierung von 127,6 Milliarden US-Dollar neu auf Platz 155 (Vorjahr 186). Chubb Limited ist leicht zurückgefallen und steht auf Rang 166 (Vorjahr 147) mit einem Börsenwert von 122,8 Milliarden US-Dollar. Um drei Plätze auf 190 hat sich die Zurich Insurance Group verbessert und weist eine Marktkapitalisierung von 108 Milliarden US-Dollar aus.

Insgesamt befinden sich noch 12 (Vorjahr 14) Schweizer Unternehmen unter den Top 500. Ergänzt wird die Liste durch: Glencore mit 64,2 Milliarden US-Dollar auf Rang 345 (Vorjahr: 355), Holcim mit 52,8 Milliarden US-Dollar auf Rang 441 (Vorjahr 353), Swiss Re mit 49,4 Milliarden US-Dollar auf Rang 466 (Vorjahr 455) und Lonza mit 47,6 Milliarden US-Dollar auf Rang 484 (Vorjahr 451). Nicht mehr in den Top 500 im Vergleich zum Vorjahr erscheinen die Unternehmen Givaudan (Rang 626) und Sika (Rang 702).

«Neben der anhaltenden Vormachtstellung der US-Technologiekonzerne wird die Bewertung Schweizer Unternehmen stark durch individuelle Branchen- und Unternehmensfaktoren geprägt. Hinzu kommen geopolitische Einflüsse und die aktuelle US-Zollpolitik», sagt Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner von EY in der Schweiz.

Die Bedeutung Europas an den Weltbörsen hat in den vergangenen Jahren weiter abgenommen. Während sich derzeit 17 europäische Konzerne (einer weniger als Ende 2024) unter den Top 100 platzieren können, waren es vor zehn Jahren noch 26 und im Jahr 2007 sogar 46. Damals hatten die USA lediglich 32 Unternehmen unter den Top 100. Heute stellen sie mit 60 Unternehmen fast doppelt so viele wie noch vor 18 Jahren. (EY/mc/ps)

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