Finma kritisiert Praxis beim Verkauf von Lebensversicherungen

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(Foto: Pexels)

Bern – Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) kritisiert die Versicherungsbranche, wenn es um den Abschluss von Lebensversicherungen geht. Transparenz und die abgegebenen Informationen seien häufig ungenügend, teilte die Aufsichtsbehörde am Mittwoch mit. Sie hat dies anhand einer am Markt durchgeführten Analyse festgestellt.

Die Finma hat der Kundschaft dargelegte Informationen breit analysiert und bei grösseren Anbietern Kontrollen vor Ort umgesetzt. Die von der Behörde auf den Prüfstand gestellten «Beispielrechnungen» seien für Kunden wichtig, wenn es beim Kauf einer Lebensversicherung um die Einschätzung von Risiken und zu künftigen Renditen gehe.

Zu optimistische Renditeentwicklungen
Bei den Daten zu über 85’000 Abschlüssen von Lebensversicherungen im Zeitraum von Januar 2020 bis März 2021 wurden häufig ungenügende Angaben festgestellt. Über 90 Prozent der untersuchten Beispielrechnungen hätten zu optimistische Renditeentwicklungen ausgewiesen. Das sei insbesondere im sogenannten ungünstigen Szenario aufgefallen, das dem Kunden aufzeigen soll, wie die Rendite bei Ablauf der Police im Falle schlechter Anlageergebnissen ausfallen könnte.

Der Gesetzgeber habe mit der Revision der Aufsichtsverordnung (AVO), die mit gewissen Übergangsfristen Anfang 2024 in Kraft tritt, ein Zeichen für mehr Transparenz gesetzt, so die Finma weiter. Darin würden auch Vorgaben zu Beispielrechnungen gemacht. Die Finma erwarte nun, dass die Gesellschaften den künftigen Versicherten realistischere Entscheidungsgrundlagen ermöglichen, und sie werde ihre Aufsichtstätigkeit in diesem Bereich verstärken, hiess es. (awp/mc/pg)

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