Goldpreis nach Höhenflug weitgehend stabil

Gold

(Unsplash)

London/Frankfurt – Der Goldpreis hat am Freitag den Höhenflug der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Nachdem die Notierung für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) am Vorabend bis auf 3.423 US-Dollar gestiegen war und damit auf den höchsten Stand seit fünf Wochen, fiel der Preis bis zum Freitagnachmittag etwas auf 3.411 Dollar zurück. In Euro gerechnet kostete die Unze 2.924 Euro.

Mit dem Höhenflug der vergangenen Tage näherte sich der Goldpreis dem Rekordhoch aus dem April bei gut 3.500 Dollar. Preistreiber war die Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA. Am Markt wird mittlerweile fest mit einer Senkung des Leitzinses durch die US-Notenbank Fed auf der nächsten Zinssitzung Mitte September gerechnet. Da Gold keine Marktzinsen abwirft, sorgt die Aussicht auf weniger Zinsen in der grössten Volkswirtschaft der Welt für eine stärkere Nachfrage nach dem Edelmetall.

Darüber hinaus hatte auch der sich zuspitzende Machtkampf zwischen dem Weissen Haus und der US-Notenbank für Unsicherheit an den Finanzmärkten gesorgt und die Nachfrage nach dem sicheren Anlagehafen gestützt. Zuletzt hatte die Fed-Gouverneurin Lisa Cook Klage gegen US-Präsident Trump wegen ihrer Entlassung eingereicht. Es droht damit ein längerer Rechtsstreit über mehrere Instanzen. «Das Ansehen und die Unabhängigkeit der Fed stehen damit auf dem Spiel», kommentierte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank.

«Gold profitiert von dieser Unsicherheit», sagte Fritsch. Er verwies auf eine stärkere Nachfrage nach Gold-ETFs, also Wertpapiere, die mit dem Edelmetall hinterlegt sind. Demnach habe es hier in den vergangenen Tagen einen Zuwachs um knapp 15 Tonnen gegeben. «Dennoch dürfte die Luft für Gold oberhalb von 3.400 US-Dollar allmählich dünn werden», so der Commerzbank-Experte. (awp/mc/pg)

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