Chur – Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hat 2025 weniger verdient als im Vorjahr. Die Dividende für die Inhaber von Partizipationsscheinen bleibt unverändert bei 47,50 Franken. Für das laufende Jahr rechnet die Bankführung mit einem knapp gehaltenen Überschuss.
Der Konzerngewinn für das Geschäftsjahr 2025 betrug 224,6 Millionen Franken, was einem Minus von 2,1 Prozent entspricht. Er lag damit im oberen Bereich der vom Management in Aussicht gestellten Bandbreite von 210 bis 230 Millionen.
Positiv auf den Gewinn wirkte sich aus, dass auf eine Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken verzichtet wurden. Im Vorjahr flossen nach 22,5 Millionen in diese Reserve. «Das Ergebnis 2025 überzeugt mit einer hohen Ertragskraft», kommentierte Bank-CEO Daniel Fust den Abschluss am Freitag in einer Medienmitteilung.
Der Geschäftserfolg als zentrale Kenngrössse für die operative Leistung ging deutlich stärker um 9,6 Prozent auf knapp 230 Millionen Franken zurück. Als Gründe für den Rückgang nennt das Bündner Kantonsinstitut höhere Risikovorsorge und Investitionen in die Zukunft.
Rückläufiger Nettozinserfolg
Der Geschäftsertrag verminderte sich um 2,9 Prozent auf 513,2 Millionen Franken. Dabei resultierte im zentralen Zinsgeschäft ein Nettoerfolg von 309,9 Millionen, was einem Minus von 5,4 Prozent entspricht. Der Rückgang ist insbesondere auf deutlich höhere Wertberichtungen zurückzuführen. Die GKB spricht in diesem Zusammenhang von «grosszügig bemessenen Stossdämpfern».
Gestiegen sind 2025 sowohl der Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+1,9 Prozent) wie auch der Handelserfolg (+3,8 Prozent). Der übrige ordentliche Erfolg nahm dagegen um knapp 20 Prozent ab.
Nettoneugeldabfluss
Die Kosten nahmen insgesamt um 4,1 Prozent zu. Die GKB investiere kontinuierlich in die ganzheitliche Kundenberatung sowie in Digitalisierungsthemen und rekrutierte zielgerichtet Fachkräfte, so die Begründung.
Als Folge erhöhte sich die Cost/Income-Ratio II, welche auch die Abschreibungen beinhaltet, auf 51,4 Prozent nach 50,4 Prozent in der Vorjahresperiode.
Eine Zunahme verzeichneten sowohl die Kundenausleihungen (+1,5 Prozent) wie auch die Kundenvermögen (+4,5 Prozent). Bei den Nettoneugeldern resultierte im Konzern als Folge von Rückzügen von einzelnen, grösseren institutionellen Kunden ein Abfluss von 683 Millionen. Bei Privat- und Geschäftskunden hingegen sei die GKB mit 0,3 Milliarden Franken gewachsen.
Strategie 2026-2030 baut auf Bewährtem
Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Bank-Verantwortlichen in einem anspruchsvollen Tiefzinsumfeld und mit positiven Aktienmärkten mit einem Konzerngewinn knapp auf Vorjahresniveau.
In der neuen Strategieperiode 2026 bis 2030 will die GKB auf Bewährtem aufbauen und sich flexibel an die technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen anpassen. Ziele seien eine erstklassige ganzheitliche Beratung im ganzen Kanton, ein starkes Engagement in und für Graubünden, die Diversifikation der Erträge sowie eine herausragende Stabilität, Effizienz und unternehmerische Fitness.
Der Fokus liege dabei auf dem Heimmarkt Graubünden mit ergänzenden Beteiligungen. Die GKB strebt in der Strategieperiode eine Cost/Income-Ratio von unter 52,5 Prozent und eine CET-1-Kernkapitalquote in der Bandbreite von 17,5 bis 22,5 Prozent an.
Mitgeprägt wurde die strategische Stossrichtung vom seit 1. Juli 2025 amtenden neuen Bankpräsident Heinz Huber. (awp/mc/pg)
