Gravis Robotics wird zum neuesten Einhorn Europas

Gravis Robotics Mitbegründer und CEO Ryan Luke Johns (Bild: Linkedin, Moneycab)

Zürich – Das in der Schweiz ansässige Unternehmen Gravis Robotics, ein ConTech-Unternehmen, das autonome Technologien für Schwermaschinen entwickelt, hat in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 172 Millionen Euro (200 Millionen US-Dollar) eingeworben. Damit erreicht das Unternehmen eine Post-Money-Bewertung von 862 Millionen Euro (1 Milliarde US-Dollar) und wird zum neuesten Robotik-Einhorn Europas.

SoftBank ist der einzige Investor in dieser Finanzierungsrunde, die laut Gravis die bislang grösste Serie-A-Finanzierung im Bereich der Baubotik darstellt. Die heutige Meldung folgt auf eine Finanzierungsrunde aus dem Jahr 2025 in Höhe von 19 Millionen Euro.

Ryan Luke Johns, Mitbegründer und CEO von Gravis Robotics, sagt: „Es geht nicht darum, Bediener aus den Maschinen zu verdrängen. Es geht darum, die Produktivität der Maschinen um 30 Prozent zu steigern, damit ein Bediener mehrere hochproduktive Maschinen bedienen kann.“

Archie Muirhead, Partner bei IQ Capital (Investor bei der Finanzierungsrunde 2025), sagte: „Ryan und das Gravis-Team haben ein grundlegendes Problem im Bauwesen erkannt, das zu einer Zeit auftritt, in der die Nachfrage nach neuer Infrastruktur – von Rechenleistung bis hin zur Energieversorgung – rasant zunimmt: den Mangel an qualifizierten Fachkräften. Aufbauend auf jahrelanger Forschung im Bereich des verstärkenden Lernens und der Steuerungsstrategien an der ETH Zürich sorgt die Technologie von Gravis bereits bei laufenden Projekten auf vier Kontinenten für messbare Produktivitätssteigerungen.“

Gravis Robotics wurde 2022 als Spin-off der ETH Zürich gegründet und wird von Mitbegründer und CEO Ryan Luke Johns sowie Mitbegründer und CTO Dominic Jud geleitet, während Marco Hutter, Professor für Robotik an der ETH Zürich, Mitbegründer und Vorstandsmitglied ist.

Das Unternehmen entwickelt Hardware und Software, die in bestehende Bagger und andere Baumaschinen nachgerüstet werden können, sodass Bauunternehmen autonome Betriebsabläufe einführen können, ohne ihren bestehenden Maschinenpark ersetzen zu müssen. Anstatt autonome Baumaschinen von Grund auf neu zu entwickeln, hat sich Gravis darauf konzentriert, bestehende Maschinen mithilfe seines „Gravis Rack“ – einer Kombination aus Sensoren, Rechenhardware und Software – autonom zu machen.

Nach Angaben des Unternehmens wurde die Technologie für mehr als ein Dutzend Marken, Typen und Modelle angepasst, wobei die Bandbreite von rund 10-Tonnen-Geräten bis hin zu deutlich grösseren Maschinen reicht.

Gravis gibt an, dass seine autonomen Maschinen Aufgaben wie Fahren, Grabenaushub, Massenaushub, LKW-Beladung und Haldenmanagement ausführen können. Die Bediener können zudem zwischen manuellem und autonomem Betrieb wechseln, sodass eine Person bei komplexeren Abschnitten eines Auftrags die Kontrolle übernehmen kann, bevor sie repetitive Aufgaben wieder an das autonome System übergibt.

Nach Angaben des Unternehmens kommen seine Systeme mittlerweile auf vier Kontinenten zum Einsatz; zu den Kunden und Partnern zählen unter anderem Holcim, Taylor Woodrow und HD Hyundai. Gravis hat bei mehreren Projekten Produktivitätssteigerungen von etwa 30 Prozent im Vergleich zu manuell bedienten Maschinen verzeichnet.

Gravis plant, die heute erhaltenen Finanzmittel dazu zu nutzen, sein Team zu vergrössern, weitere internationale Märkte zu erschliessen und die Anzahl der im kommerziellen Betrieb eingesetzten autonomen Maschinen zu erhöhen. (EU-Startups/mc/hfu)


Gravis Robotics

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