Handel mit Schweizer Libor-Ersatz startet am 29. Oktober

Zürich – Die Ablösung des in Misskredit geratenen Referenzzinses Libor schreitet in der Schweiz voran. Der Börsenbetreiber SIX erklärte am Montag, er habe den Ersatz Swiss Average Rate Overnight (Saron) als Grundlage für Futures-Kontrakte an die Derivatbörse Eurex lizenziert. Der Handel mit den Futures-Kontrakten werde am 29. Oktober an der Eurex aufgenommen.

Nötig wird die Umstellung, weil die britische Finanzmarktaufsicht dem wegen Manipulationen in Verruf geratenen Geldmarkt-Zins Libor ihre Unterstützung entzieht. Damit dürfte er an Bedeutung verlieren. Doch für die Finanzmärkte ist der Libor bislang von enormer Wichtigkeit: Im Franken-Markt allein hängen früheren Angaben zufolge Verträge mit einem Nominalwert von rund sechs Billionen Franken an dem Referenzsatz – darunter Kredite und Hypotheken für Wohnungen und Einfamilienhäuser. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) setzt auf den Libor als ihren Referenzzins und Richtschnur ihrer Geldpolitik.

Marktakzeptanz ungewiss
Eine Schweizer Arbeitsgruppe hatte den Saron im Oktober 2017 als Alternative zum Franken-Libor empfohlen. Ob sich der Saron schliesslich durchsetzt, hängt von seiner Akzeptanz am Markt ab. Der von SIX und SNB entwickelte Saron sei ein Durchschnitts-Referenzzins, der sowohl auf tatsächlichen Transaktionen als auch auf verbindlichen Preisstellungen auf dem Markt für besicherte Finanzierungen in Schweizer Franken beruhe. Der Libor dagegen werde gestützt auf Angaben einzelner Institute berechnet.(awp/mc/cs)

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