Haute Capital Partners: Finma nimmt Hauptsponsor des FC Biel unter die Lupe

Thibaut Leroy Bürki, CEO und VRP Haute Capital Partners. (Foto: HCP)

Biel – Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht hat eine Voruntersuchung gegen einen Hauptsponsor des FC Biel eingeleitet. Gegen die Investmentfirma Haute Capital Partners SA besteht der Verdacht der Marktmanipulation, wie aus dem Revisionsbericht des Unternehmens hervorgeht.

Dem Auditor zufolge könnte dieser Umstand «erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung seiner Geschäftstätigkeit aufkommen lassen». Der Aktienkurs des an der BX Swiss kotierten Unternehmens war zuvor stark gefallen.

Der Verwaltungsrat von Haute Capital zeigte sich zuversichtlich, dass die Voruntersuchung kein Fehlverhalten aufdecken werde. Geschäftsführer Thibault Bürki sprach auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA von «Informationsanfragen der zuständigen Behörden im Rahmen ihrer üblichen Aufsichtstätigkeit».

Aktienkurs wirft Fragen auf
Im Fokus des Revisionsberichtes stehen Organisationsstruktur und Aktienkurs, der Handel mit eigenen Aktien, die Kunden- und Anlegerakquise sowie das Beschwerdemanagement. In die Schlagzeilen geraten war das Unternehmen zuletzt mit einem Kurscrash. Der Aktienkurs der Haute Capital Partners SA ist von rund 160 Franken im Dezember auf aktuell rund 60 Franken gesunken. Zumal der Kurs bis Ende vergangenen Jahres linear gestiegen war, warf diese Entwicklung in Börsenkreisen Fragen auf.

Die Genfer Tageszeitung «Le Temps» beleuchtete in diesem Kontext zudem die starke Börsenaktivität des Managements. Zwischen 2022 und 2025 tätigten Verwaltungsrat und Geschäftsleitung 172 Transaktionen, wie der obligatorischen Offenlegung zu entnehmen ist. Seit dem starken Kursabfall gab es demnach keine Transaktionen.

Geschäftsführung unbeeindruckt
Haute-Capital-Geschäftsführer Thibault Bürki ist beim FC Biel kein Unbekannter: Er leitete den Verein vergangenes Jahr zwei Monate lang als interimistischer Geschäftsführer und ist Mitglied der Mehrheitsaktionärin, der Gesellschaft FC Biel Invest.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gibt er an, dass die Haute Capital Partners SA weder Gegenstand eines sogenannten Enforcementverfahrens noch einer formellen Untersuchung sei. Wie jedes börsenkotierte Unternehmen beantworte sie gelegentlich «Informationsanfragen der zuständigen Behörden im Rahmen ihrer üblichen Aufsichtstätigkeit».

Ein Enforcementverfahren kann zum Zuge kommen, wenn sich konkrete Hinweise auf eine unerlaubte Tätigkeit ergeben. Ob ein solches eingeleitet wird, entscheidet die Finma nach Abschluss von formlosen Abklärungen. Die Finanzmarktaufsicht äussert sich grundsätzlich nicht zu spezifischen Unternehmen oder zu allfälligen laufenden Abklärungen und Verfahren.

Sponsoring wird fortgeführt
Einen Einfluss auf das Sponsoring des FC Biel haben die Marktsituation und das zuletzt negative Geschäftsergebnis laut Bürki nicht. Haute Capital Partners setze ihre Geschäftstätigkeit, ihre Entwicklungsprojekte sowie ihre strategischen Partnerschaften – einschliesslich des FC Biel – unverändert fort.

FCB-Verwaltungsratspräsident Nik Liechti, seinerseits Aktionär bei Haute Capital, verneint einen Einfluss auf den Verein ebenfalls. Er sei unbesorgt über den Kursverfall, daran ändere die Voruntersuchung nichts. Haute Capital wird laut Liechti auch kommende Saison Sponsor sein. Die Beitragshöhe werde nicht öffentlich kommuniziert, sie befinde sich aber «im üblichen Rahmen für die Promotion League».

Der FC Biel hat eine einschneidende Vorgeschichte mit finanziellen Problemen. Vor zehn Jahren entzog die Swiss Football League dem damals schwer verschuldeten Verein die Lizenz, woraufhin dessen erste Mannschaft in der sechsthöchsten Spielklasse neu starten musste. Nach einem Aufstiegsmarathon schaffte sie 2021 den Sprung in die Promotion League, wo sie bis heute spielt. (awp/mc/pg)

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