Grossbank Intesa Sanpaolo stürzt in Milliardenverlust

Carlo Messina, CEO Intesa Sanpaolo.

Intesa-Chef Carlo Messina.

Mailand – Die italienische Grossbank Intesa Sanpaolo ist 2013 wie schon Branchenprimus Unicredit überraschend tief in die roten Zahlen gestürzt. Ein Grossputz in der Bilanz und eine erhöhte Risikovorsorge für faule Kredite brockten dem zweitgrössten Geldhaus des Landes zum Jahresende einen Quartalsverlust von 5,2 Milliarden Euro ein. Für das Gesamtjahr stand ein Minus von 4,55 Milliarden Euro zu Buche, wie Intesa Sanpaolo am Freitag in Mailand mitteilte. Im Vorjahr hatte die Bank noch 1,6 Milliarden Euro verdient. Jetzt dreht Intesa-Chef Carlo Messina an der Kostenschraube.

Die Intesa-Aktie reagierte am Morgen mit einem Kurssprung auf die Bilanzbereinigung. An der Börse in Mailand sprang die Aktie kurz nach Handelsbeginn um 2,67 Prozent auf 2,3820 Euro nach oben und war damit mit Abstand stärkster Wert im Eurostoxx50. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit schon um rund 30 Prozent zugelegt.

Dividende trotz mehr Verlust
Insgesamt summierten sich die Wertberichtigungen nach Steuern auf 5,8 Milliarden Euro. Der Grossteil davon entfiel mit 3,9 Milliarden auf die Tochter Banca dei Territori, gefolgt vom Investmentbanking mit 1,1 Milliarden Euro. Die Vorsorge für faule Kredite setzte die Bank im Gesamtjahr um mehr als die Hälfte auf 7,1 Milliarden Euro nach oben. Weil sich die Abschreibungen nicht auf den Barmittelbestand auswirken, will das Institut dennoch eine Dividende zahlen. Mit fünf Cent je Aktie soll sie genau so hoch ausfallen wie im Vorjahr.

Konzernchef Messina, der die Führung der Bank im September von Enrico Cucchiani übernommen hatte, reagiert mit den Abschreibungen auf den Gesundheitscheck für europäische Banken. Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt Kreditinstitute unter die Lupe, bevor sie im November die Aufsicht über die europäischen Grossbanken übernimmt.

Zukunftsplan für mehr Gewinn
Mit seinem Zukunftsplan will Messina seine Bank bis zum Jahr 2017 auf mehr Gewinn trimmen und zugleich Risiken abbauen. Insgesamt soll die Bank Beteiligungen im Wert von rund zwei Milliarden Euro abstossen. Die Kosten für das Bankgeschäft sollen um 800 Millionen Euro sinken. Zugleich will der Vorstand den Nettogewinn auf 4,5 Milliarden Euro vervielfachen. Die immensen Abschreibungen herausgerechnet, hätte er 2013 bei 1,2 Milliarden Euro gelegen.

Die grösste italienische Bank Unicredit hatte vor gut zwei Wochen für 2013 ebenfalls einen Milliardenverlust gemeldet. Wegen hoher Abschreibungen und einer erhöhten Risikovorsorge belief sich das Minus auf 14 Milliarden Euro. Unicredit-Chef Federico Ghizzoni will das Ruder gleichfalls mit einem harten Sparkurs herumreissen. Bis 2018 sollen 8500 der zuletzt knapp 150 000 Stellen wegfallen. (awp/mc/upd/ps)

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