Japans Zentralbank versorgt Finanzsystem weiter mit Liquidität

Japans ehemaliger Notenbankgouverneur Haruhiko Kuroda.

Tokio – Die japanische Zentralbank hat das Finanzsystem des Landes inmitten der Virus-Krise erneut mit Zusatzliquidität versorgt. Den Geschäftsbanken wurde am Dienstag einmal mehr der zeitweise Ankauf von Staatsanleihen von bis zu 500 Milliarden Yen (etwa 4,2 Milliarden Euro) angeboten. Der Schritt entspricht dem Eingriff vom Montag, als die Zentralbank erstmals seit vier Jahren den Banken mit einem solchen Geschäft unter die Arme griff.

Hintergrund der Geldspritzen sind die erheblichen Turbulenzen an den Finanzmärkten von vergangener Woche. An den globalen Börsen waren die Kurse eingebrochen, weil die Angst vor den Folgen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schlagartig gestiegen war.

Weitergehende Massnahmen wie Leitzinssenkungen hat die Bank of Japan bisher weder vorgenommen noch in Aussicht gestellt. Angesichts des bereits sehr niedrigen und teils negativen Zinsniveaus könnten weitere Reduzierungen wohl in nur kleinen Schritten erfolgen. Ökonomen diskutieren schon länger, ob die niedrigen Zinsen ihren Zweck noch erfüllen oder nicht sogar kontraproduktiv sind. (awp/mc/ps)

Bank of Japan

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