Zürich – Die Privatbank Julius Bär hat in den ersten vier Monaten 2026 die verwalteten Vermögen auf einen neuen Höchstwert gesteigert und weitere Neugelder angezogen. Trotz zuletzt etwas schwächerer Kundenaktivitäten erwartet die Bank einen Halbjahresgewinn über dem Vorjahreswert.
Per Ende März beliefen sich die verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM) auf 528 Milliarden Franken gegenüber 521 Milliarden Franken zum Jahresende 2025, wie die Zürcher Vermögensverwaltungsbank am Freitag mitteilte. Eine positive Marktperformance an der Aktienmärkten bot dabei Unterstützung, wogegen der Währungseffekt bremsend wirkte.
Die Nettoneugeldzuflüsse in den ersten vier Monaten beliefen sich auf 3,0 Milliarden Franken, was einer Verlangsamung gegenüber dem Vorjahres-Zufluss von 4,2 Milliarden entsprach. Julius Bär begründet dies mit der «fortgesetzten Umsetzung des umfassend überarbeiteten Risiko- und Compliance-Rahmens» wie auch mit der erhöhten Unsicherheit infolge des anhaltenden Nahostkonflikts und einer Pause beim Releveraging durch Kunden.
Die annualisierte Netto-Neugeldrate belief sich damit noch auf 1,7 Prozent nach 2,7 Prozent im zweiten Halbjahr 2025. Damit liegen die Zuflüsse weiterhin unter den mittelfristigen Ambitionen der Gruppe: Bis 2028 will sie Netto-Neugelder von 4 bis 5 Prozent der verwalteten Vermögen anziehen, wie sie bekräftigte.
Die Bank verdiente zudem auf den verwalteten Vermögen deutlich mehr als im Vorjahr. Die Bruttomarge belief sich in den ersten vier Monaten nun auf 90 Basispunkte (BP), nachdem sie im zweiten Semester 2025 noch bei 80 Basispunkten gelegen hatte.
Bezüglich Kosteneffizienz sieht die Bank ebenfalls Fortschritte. Das adjustierte Kosten-Ertrags-Verhältnis (Cost/Income-Ratio) lag bei 62 Prozent nach 67 Prozent im ersten Halbjahr.
Mit den vorgelegten Zahlen hat Julius Bär die Prognosen der Analysten nicht erreicht. Insgesamt hatten sie im Schnitt (AWP-Konsens) Neugeldzuflüsse von 5,3 Milliarden Franken erwartet. Die Kundengelder hatten sie mit 534 Milliarden Franken ebenfalls höher erwartet.
Nach einer im April festgestellten Abschwächung der Kundenaktivität rechne die Gruppe derzeit nicht damit, dass das aussergewöhnlich hohe Niveau der Kundenaktivität des ersten Quartals 2026 in den kommenden Monaten erneut erreicht werde, schreibt sie weiter. Dennoch erwartet sie für das erste Halbjahr 2026 einen IFRS-Konzerngewinn, der «deutlich über demjenigen des ersten Halbjahres 2025 liegen dürfte». (awp/mc/ps)
