Leonteq legt Gerichtsverfahren bei und korrigiert Gewinnprognose nach unten

Leonteq-Sitz in Zürich.

Zürich – Der Derivatespezialist Leonteq kann ein Verfahren vor einem englischen Handelsgericht mit einem Vergleich abschliessen. Die Klage war von Gesellschaften des britischen Versicherers Old Mutual eingereicht worden, die in der Zwischenzeit vom Vermögensverwalter Utmost International übernommen worden sind. Leonteq korrigiert gleichzeitig seine Gewinnaussichten nach unten und stellt nun noch einen Gewinn 2022 in Vorjahreshöhe in Aussicht.

Vorbehältlich der gerichtlichen Genehmigung werde das Zivilverfahren vor dem englischen Handelsgericht nun eingestellt, teilte Leonteq am Dienstag mit. Dabei ging es laut früheren Angaben um Transaktionen mit strukturierten Leonteq-Produkten und um damit verbundene Gebühren und Provisionen. Zu finanziellen Einzelheiten der Einigung machte Leonteq keine Angaben.

In ihrer im Jahr 2018 eingereichten Klage hatte Old Mutual einen Verlust von rund 22 Millionen Pfund geltend gemacht. Das britische Unternehmen hatte laut der Klage in den Jahren 2012 bis 2016 insgesamt rund 200 Millionen Pfund in knapp 1400 strukturierte Produkte des Schweizer Unternehmens investiert, wie dem Leonteq-Geschäftsbericht 2018 zu entnehmen ist. Leonteq hatte die Vorwürfe bestritten.

Tieferer Gewinn
Derweil erwartet der Derivate-Anbieter für das Gesamtjahr 2022 nun noch einen Konzerngewinn in der Grössenordnung des Vorjahresergebnisses von 155,7 Millionen Franken. Das entspreche einem Gewinn pro Aktie von 8,47 Franken. Bisher war Leonteq noch davon ausgegangen, den Konzerngewinn des Vorjahres zu übertreffen.

Im bisherigen Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2022 habe Leonteq aufgrund der anspruchsvollen Marktlage weiterhin eine tiefere Kundennachfrage verspürt, hiess es in der Mitteilung weiter. Im gleichen Zeitraum habe man aber stabile monatliche Kommissions- und Dienstleistungserträge erzielt. Gleichzeitig verfolge Leonteq weiterhin einen konservativen Ansatz beim Risikomanagement und habe mit ihrem Handelsergebnis die gedämpfte Kundenaktivität, insbesondere im dritten Quartal 2022, kompensieren können.

Börse enttäuscht
Die Einigung im britischen Verfahren wird von den Analysten der ZKB zwar als «leicht positiv» bewertet, da in diesem Zusammenhang in der Zukunft keine weiteren Rechts- und Verfahrenskosten anfallen würden. Die Börse reagierte am Dienstagmorgen aber mit klarer Enttäuschung auf die Gewinnwarnung des Derivateanbieters. (awp/mc/ps)

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