Pensionskassen setzen weiterhin auf Aktien und illiquiden Anlagen

(Bild: AdobeStock/DOC RABE Media)

Zürich – Die Schweizer Pensionskassen erwirtschafteten 2025 im Schnitt eine Rendite von mehr als 6 Prozent. Und auch 2026 steht laut dem Pensionskassenberater Complementa bis August bisher ein Plus von rund 5 Prozent zu Buche. Erzielt wird die Rendite immer öfter mit hohen Aktienanteilen und illiquiden Anlagen in den Portfolios.

«Der Obligationenanteil erreichte einen neuen Tiefststand, während Aktien das zweite Jahr in Folge den grössten Anteil des Anlageportfolios ausmachten», heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Pensionskassenstudie «Risiko Check-up 2026». Konkret betrug der Anteil der Anlageklasse Aktien 34,1 Prozent.

Dank der positiven Entwicklung an den Finanzmärkten im Jahr 2025 betrug die durchschnittliche Rendite 6,3 Prozent und lag damit deutlich über dem Schnitt die letzten zwei Jahrzehnte von 3,6 Prozent pro Jahr.

Der «dritte Beitragszahler» hat den Kassen 2025 damit 77 Milliarden Franken eingebracht. Von den Beiträgen der Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden kamen 67 Milliarden Franken zusammen.

Hohe Verzinsung
Die stattlichen Renditen wirken sich auch auf die Verzinsung aus: Das Guthaben wurde im Schnitt mit 4,3 Prozent verzinst. «Das ist der höchste Wert der letzten 25 Jahre», führt Studienleiter Ueli Sutter aus.

Für das Jahr 2026 geben die Pensionskassen an, das Sparguthaben im Alter 65 mit durchschnittlich 5,20 Prozent zu verrenten. Und die Complementa-Experten rechnen gemäss den Aussagen der untersuchten Pensionskassen damit, dass dieser Wert in den kommenden fünf Jahren nur noch marginal sinken dürfte.

Steigende Illiquidität
Illiquide Anlagen gewinnen derweil in den Portfolios von Schweizer Pensionskassen seit Jahren an Bedeutung. Tiefe Zinsen und die Suche nach neuen Renditequellen lässt den Anteil der in solchen Investments parkierten Pensionskassengelder deutlich steigen. Laut den Experten ist eine solche Diversifikation der angelegten Gelder an sich keine schlechte Sache, bringt aber auch Risiken mit sich.

Investiert man in illiquide Vermögenswerte wie Immobilien, Hypotheken und alternative Anlagen erhält man im Gegenzug zwar meist stabile Erträge, nimmt aber auch weniger Flexibilität in Kauf. Da solche Anlagen eben nicht so «flüssig» sind wie etwa Aktien, kann es beim Verkauf zu Schwierigkeiten kommen.

Sollte sich etwa der Immobilienmarkt stark abkühlen oder die Schulden bestimmter Länder zum Problem werden, könnte dies auch für Pensionskassen zur Herausforderung werden. Aktuell planen viele Kassen daher laut dem Pensionskassenberater Complementa vor allem zusätzliche Investitionen in Schweizer Immobilien und Infrastruktur.

Die Pensionskassenstudie wurde den Angaben nach 2026 zum 32. Mal durchgeführt. Die Studie basiert auf Daten von 469 Pensionskassen und deckt rund 80 Prozent der Pensionskassenvermögen ab. (awp/mc/ps)

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