PostFinance ersucht um Bankbewilligung

Jürg Bucher

Jürg Bucher, CEO der Post und von PostFinance.

Bern – Die Post-Tochter PostFinance hat offiziell um eine Bankbewilligung ersucht. Die sich im Staatsbesitz befindliche Finanzdienstleisterin vor allem für Kleinkunden will sich nach dem Buchstaben des Bankengesetzes der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma unterstellen lassen.

Damit werde der Wille des Parlaments umgesetzt, sagte PostFinance-Sprecher Alex Josty der Nachrichtenagentur sda. Das Parlament hatte vor gut einem Jahr aber auch beschlossen, dass die 3400 Mitarbeiter und 2,78 Mio Kunden zählende PostFinance weiterhin nicht im Kredit- und Hypothekengeschäft tätig sein soll.

Kapitalanforderungen noch nicht bekannt
Wieviel Kapital die PostFinance gemäss den Vorschriften für der Finanzaufsicht unterstellte Bank bereithalten muss, konnte Josty nicht sagen: «Die Finma wird alles prüfen und uns Details dazu nennen», erklärte er. Der Antrag sei am Dienstagabend gestellt worden, sagte Josty und bestätigte Angaben aus einem Vorausbericht der «Handelszeitung». Er geht davon aus, dass Details bis 2013 bekannt sind.

Kundenvermögen von über 90 Mrd Franken
Die PostFinance erbringt Finanzdienstleistungen vor allem für kleinere Kunden und ist stark im Zahlungsverkehr, hat aber auch Anlage- und Vorsorgeangebote in der Angebotspalette. Mit 90,5 Mrd CHF Kundenvermögen Ende September verwaltet das Institut heute mehr Gelder als die meisten Kantonalbanken.

Finanzindustrie will keine «Postbank»
Einer Umwandlung der PostFinance zu einer «Postbank» steht die Schweizer Finanzindustrie sehr skeptisch gegenüber. Vor allem Kantonalbanken und regional tätige Institute sehen in der PostFinance eine unliebsame Konkurrentin. Speziell die besonders stark regional verwurzelte Raiffeisen-Gruppe hat sich immer wieder gegen ein «staatliches Institut» als zusätzlichen Mitbewerber ausgesprochen. (awp/mc/pg)

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