RBS will sich drastisch verkleinern – 30’000 Jobs in Gefahr

Ross McEwan

Ross McEwan, CEO Royal Bank of Scotland (RBS). (© The Royal Bank of Scotland Group plc / Ben Rice)

Ross McEwan, CEO Royal Bank of Scotland (RBS). (© The Royal Bank of Scotland Group plc / Ben Rice)

London – Die Royal Bank of Scotland (RBS ) will einem Pressebericht zufolge ihr Investmentbanking drastisch verkleinern. Ausserdem will sich die britische Grossbank grösstenteils aus den Märkten in Übersee zurückziehen. Insgesamt stünden in den nächsten Jahren mindestens 30’000 weitere Stellen auf dem Spiel, schreibt die «Financial Times» (FT) in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Geplant sei der Ausstieg aus riskanteren Bereichen des Investmentbankings sowie der Abschied aus USA und Asien. Bereits in der nächsten Woche könne die Bank, die aktuell noch rund 120’000 Mitarbeiter beschäftige, ihre Pläne bekannt geben.

Eine Sprecherin wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg zu dem Bericht nicht äussern. Eine Sprecherin in Hongkong schrieb in einer Email, bei Vorlage der Jahreszahlen am nächsten Donnerstag (27.2.) werde die RBS eine strategische Überprüfung ankündigen. Details nannte sie nicht.

Radikale Aufräumarbeiten
Laut Bericht der «FT» will sich die Bank künftig auf das Geschäft mit Privat- und Firmenkunden konzentrieren und dabei wie die Wettbewerberin Lloyds vor allem den britischen Markt im Auge behalten. Der Umbau sei Teil der radikalen Aufräumarbeiten des neuen RBS-Chefs Ross McEwan, der seit 2013 im Amt ist.

Die RBS war in der Finanzkrise grösstenteils verstaatlicht worden. Mit Anteilsverkäufen und Sparmassnahmen kämpft die Führung seitdem darum, die Altlasten loszuwerden. Erst gestern kündigte die RBS an, Teile des Investmentbankings an die französische Konkurrentin BNP Paribas loszuschlagen. Seit der Finanzkrise ist die Bilanzsumme der britischen Bank bereits nahezu halbiert worden, fast 40 000 Stellen wurden abgebaut. Eine dauerhafte Erholung blieb aber aus. Ende Januar warnte das Institut vor weiteren Milliardenrückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzforderungen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr droht damit der höchste Verlust seit 2008. (awp/mc/ps)

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