Mailand – Die um die Commerzbank buhlende italienische Grossbank Unicredit hat zum Jahresauftakt mehr verdient als erwartet. Der Überschuss sei um 16 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte die im EuroStoxx 50 notierte Bank am Dienstag in Mailand mit. Das ist der höchste Quartalsgewinn in der Geschichte der Bank. Experten hatten mit einem Überschuss auf Vorjahreshöhe gerechnet. Die Erträge legten um fünf Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zu. Damit übertraf die Bank ebenfalls die Erwartungen.
Die Unicredit bestätigte zudem die mittelfristigen Gewinnziele. Für 2026 wurde die Bank dagegen einen Tick optimistischer. So soll der Überschuss im laufenden Jahr auf oder mehr als elf Milliarden Euro zulegen. Zuletzt hatte die Unicredit einen Anstieg auf elf Milliarden Euro in Aussicht gestellt. 2028 soll der Gewinn dann bei 13 Milliarden Euro liegen. 2030 sollen es dann mehr als 15 Milliarden Euro sein. Experten halten diese Ziele für erreichbar.
Am Montag hatten die Unicredit-Aktionäre bei einer ausserordentlichen Hauptversammlung mit der Zustimmung zu einer Kapitalerhöhung von bis zu 6,7 Milliarden Euro den Weg für ein Commerzbank-Gebot freigemacht. Damit kann die Unicredit ihr Mitte März angekündigtes Angebot zur Übernahme sämtlicher Commerzbank-Anteile offiziell machen.
Eine formale Offerte will Unicredit-Chef Andrea Orcel an diesem Dienstag vorlegen, wie er kürzlich der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) sagte. Die Unicredit ist mit Abstand grösster Anteilseigner der Commerzbank vor dem deutschen Staat. Erst kürzlich präsentierte Orcel einen Umbauplan für den Fall einer Übernahme, demzufolge rund 7.000 Stellen in Deutschland entfallen könnten.
Das Institut mit Sitz in Mailand verspricht sich Vorteile im Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden in Deutschland. Hierzulande ist die Unicredit schon mit ihrer Tochter Hypovereinsbank (HVB) vertreten, was Einsparungen ermöglichen würde. (awp/mc/ps)
