Retailbanken verbessern Profitabilität und finanzielle Wertschaffung

Finanzplatz

(Foto: FotolEdhar - Fotolia.com)

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Zürich – Die in der Studie «Wertschaffung der Schweizer Retailbanken» erfassten Schweizer Retailbanken verzeichneten im Jahr 2015 eine verbesserte operative Effizienz gemessen am Geschäftserfolg pro Mitarbeiter. Die Cost-Income-Ratio als weitere operative Performance-Kennzahl verharrte auf dem Vorjahresniveau, wobei auf Einzelinstitutsbasis grosse Unterschiede zu erkennen sind. Die Hauptertragskomponente der Retailbanken, der Zinserfolg pro Mitarbeiter, erhöhte sich zum dritten Mal in Folge. Eine Verbesserung der ökonomischen Performance, gemessen am Economic Profit, gelang den meisten Instituten infolge einer positiven Entwicklung aller Werttreiber.

Der Geschäftserfolg pro Mitarbeiter konnte im vergangenen Jahr um CHF 4’000 auf CHF 143’000 gesteigert werden. Im Gegensatz dazu blieb die Cost-Income-Ratio (unter Berücksichtigung der ordentlichen Abschreibungen) mit 63.7% auf dem Vorjahresniveau, befindet sich im Vergleich zum Jahr 2009 (Beginn des Untersuchungszeitraums) jedoch auf ihrem Höchststand. Grosse und mittlere Banken wiesen im Jahr 2015 zudem eine um rund 10 Prozentpunkte tiefere Cost-Income-Ratio auf als die kleinen Institute.

Die Entwicklung des Zinserfolgs pro Mitarbeiter war im Jahr 2015 geprägt von der Einführung der Negativzinsen im Dezember 2014 und dem daraus folgenden Tiefstzinsumfeld. So reduzierten sich die Aktiv- und Passiv-Zinsspannen im abgelaufenen Jahr erneut um hohe 12 Basispunkte. Die positiven (und gleichzeitig rückläufigen) Wachstumsraten bei den Kundenausleihungen und -geldern kompensierten jedoch den Effekt der sich reduzierenden Zinsmargen.

Höhere Personalaufwände
Der Personalaufwand pro Mitarbeiter stieg im Jahr 2015 um CHF 4’000 auf CHF 146’000 an. Der Sachaufwand pro Mitarbeiter befindet sich im Vergleich zum Vorjahr bzw. seit 2009 auf konstantem Niveau.

90% der Institute mit positiver Wertschaffung
Gemessen am Economic Profit I erzielten 9 von 10 Banken eine positive Wertschaffung im 2015. Demgegenüber erreichten nur 3 von 10 Retailbanken einen positiven Economic Profit II. Somit erwirtschafteten die meisten Banken lediglich die Kosten des regulatorischen, nicht aber diejenigen des gesamten Eigenkapitals. Grössere Institute erzielten zudem vergleichsweise höhere Werte. Bedingt durch eine positive Entwicklung aller Werttreiber (Ertragswachstum sowie Kosten- und Kapitaleffizienz) steigerte die grosse Mehrheit aller Retailbanken ihre Wertschaffung im Jahr 2015.

Die 52 in der Studie «Wertschaffung der Schweizer Retailbanken» berücksichtigten Schweizer Retailbanken werden vom Zürcher Beratungsunternehmen IFBC jährlich auf deren Profitabilität und finanzielle Wertschaffung analysiert, sowohl einzeln als auch gruppenweise. (IFBC/mc/pg)

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