Lausanne – Rhonexum, ein Startup für Kryoelektronik, hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 867’500 Euro (1 Million US-Dollar) eingesammelt, um die Produktentwicklung voranzutreiben und mit der Vermarktung seines ersten Produkts zu beginnen, das die Entwicklung skalierbarer Quantencomputer für erste Kunden vorantreiben soll.
Die Finanzierungsrunde wurde von QDNL Participations angeführt, unter Beteiligung von Venture Kick. Das Unternehmen hat zudem nicht verwässernde Finanzmittel von führenden Schweizer Innovationsprogrammen erhalten. Dazu gehören das EPFL Startup Launchpad, die Fondation pour l’Innovation Technologique (FIT) und der Schweizerische Nationalfonds (SNF).
„Wir haben Rhonexum gegründet, um der führende Anbieter von Kryo-Elektronik für skalierbare Quantencomputer zu werden. Unsere Ziele sind es, den Übergang von Systemen in Laborgrösse zu praxistauglichen Grossanlagen zu ermöglichen, Verluste durch thermische Belastung zu optimieren und die Komplexität der Verkabelung zu reduzieren. Unsere Technologie hat auch zukünftige strategische Anwendungsbereiche jenseits der Quanteninformatik, beispielsweise in der Raumfahrt und der modernen Sensorik“, sagte Vicente Carbon, Mitbegründer von Rhonexum.
Rhonexum wurde im November 2025 von Vicente Carbon und Dr. Hung-Chi Han gegründet. Das Unternehmen ist ein Spin-off des AQUA Lab an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). Dr. Han ist Experte für kryogene Halbleiterphysik und Transistormodellierung, hat auf diesem Gebiet veröffentlicht und war zuvor beim Halbleiterriesen TSMC tätig. Carbon ist auf Robotik und Systemtechnik spezialisiert und legt den Schwerpunkt auf die Anwendung fortgeschrittener Forschung in der Industrie.
Elektronik, die in bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt betrieben wird
Das Unternehmen entwickelt Elektronik, die bei kryogenen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt (-270 °C) betrieben werden kann. Es erklärt, dass diese Temperaturen für Technologien wie Quantencomputer unerlässlich sind, herkömmliche Elektronik in solchen Umgebungen jedoch nicht zuverlässig funktioniert.
Nach Angaben des Schweizer Startups ist es dem Unternehmen durch den Einsatz proprietärer Modelle und Softwaretools möglich, Elektronik zu liefern, die unter Verwendung von Standard-Halbleiterprozessen hergestellt wird und direkt in kryogenen Systemen betrieben werden kann. Rhonexum behauptet, einen wesentlichen Skalierbarkeitsengpass im Bereich des Quantencomputings zu beseitigen, indem es Elektronik entwickelt, die in unmittelbarer Nähe der Qubits bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt betrieben wird
„Kryogene CMOS-Technologie ist ein wichtiger aufstrebender Technologiebereich. Rhonexum zeichnet sich durch eine interne, softwaregesteuerte Modellierungsmethodik aus, die eine präzise kryogene Simulation vor der Fertigung ermöglicht und so eine schnellere und kostengünstigere Hardware-Entwicklung erlaubt. Wir sehen hier echtes Potenzial und sind daher stolz darauf, Vicente und Hung-Chi bei der Markteinführung ihres ersten Produkts zu unterstützen“, sagte Kris Kaczmarek, Investment Director bei QDNL Participations.
Mit den neuen Finanzmitteln wird das Unternehmen die Produktentwicklung vorantreiben, das Designteam vergrößern und noch in diesem Jahr ein erstes kryogenes Elektronikprodukt in Industriequalität an eine ausgewählte Gruppe von Erstkunden ausliefern. (EU-Startups/mc/hfu)
