Robeco-Umfrage: Energiesicherheit und physische Klimarisiken prägen Climate Investing

Lucian Peppelenbos, Climate & Biodiversity Strategist bei Robeco. (Foto: Robeco)

Zürich – Laut dem «Global Climate Investing Survey 2026» von Robeco bleiben die Klimaschutzziele mit Blick auf die Energiesicherheit und zunehmende physische Risiken stabil.

Trotz globaler politischer Rückschläge in Bezug auf Nachhaltigkeit und Netto-Null-Initiativen in letzter Zeit erwarten 60 % der weltweit Befragten, dass sie in den nächsten drei Jahren ihre Investitionen in Projekte, die den Klimawandel aktiv bekämpfen, erhöhen werden. Fast drei Fünftel (59 %) sind der Ansicht, dass die Nachfrage nach Lösungen zur Eindämmung des Klimawandels unabhängig von politischen Stimmungen hoch bleiben wird.

Im Rahmen des 6. Global Climate Investing Survey von Robeco wurden 200 institutionelle Anleger und 100 Wholesale-Investoren in Europa, Nordamerika, im asiatisch-pazifischen Raum und in Südafrika befragt. Die Stimmung gegenüber klimaorientierten Investitionen ist trotz wachsender Bedenken der Anleger hinsichtlich der Regierungspolitik weiterhin positiv. Nur 19 % rechnen mit einer geordneten Energiewende, während 47 % davon ausgehen, dass „zu wenig, zu spät“ getan wird. Etwa 44 % halten das Ziel, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, für unerreichbar. Gleichzeitig wird Unsicherheit hinsichtlich der Regierungspolitik als grösstes Hindernis bei der Suche nach Lösungen zur Eindämmung des Klimawandels angesehen (von 45 % genannt). Dennoch sagen 94 % der Befragten, die sich ein Netto-Null-Ziel gesetzt haben, dass sie diesen Kurs unabhängig von der Regierungspolitik beibehalten werden.

Die meisten Anleger gehen davon aus, dass physische Klimarisiken die Preise für physische Assets weiterhin beeinflussen werden; zwei Drittel (66 %) rechnen in den nächsten fünf Jahren mit moderaten oder erheblichen Auswirkungen. Gleichzeitig gewinnen die Energiesicherheit und das Bestreben, inländische Kapazitäten für erneuerbare Energien aufzubauen, zunehmend an Bedeutung als geopolitische und makroökonomische Faktoren: Eine Mehrheit der Investoren gibt an, dass der Konflikt im Nahen Osten den Übergang zu erneuerbaren Energien entweder moderat (60 %) oder erheblich (15 %) beschleunigen wird.

Lucian Peppelenbos, Climate & Biodiversity Strategist bei Robeco: „Unsere aktuelle Studie veranschaulicht, was wir als die neue Realität des Climate Investing bezeichnen. Zwar halten die Investoren weiterhin an ihren Netto-Null-Zielen fest, doch wächst die Erkenntnis, dass der Wandel von harten wirtschaftlichen und geopolitischen Realitäten bestimmt wird. Das Streben nach Energiesicherheit kommt Investitionen in Bereichen wie Erneuerbare Energien, Batteriespeicher und Stromnetze zugute. Die neue Klimarealität bedeutet auch die Erkenntnis, dass physische Risiken bereits heute gegeben sind und nicht erst in ferner Zukunft. Wir glauben, dass dies die Stimmung der Anleger in den nächsten Jahren zunehmend bestimmen wird.“

Bedenken hinsichtlich der Wertentwicklung von Investitionen sind deutlich gesunken
Die diesjährige Studie zeigt, dass sich Anleger zunehmend mit den Implikationen der
Dekarbonisierung von Portfolios auseinandersetzen: Die Wertentwicklung entsprechender Anlagen stellt insgesamt nach wie vor die grösste Herausforderung dar (50 %), der Anteil ist jedoch gegenüber 2025 (67 %) deutlich zurückgegangen. Auch die Datenqualität wird mittlerweile als weniger problematisch angesehen (34 % gegenüber 48 % im Vorjahr). Weiterhin ganz oben auf der Agenda stehen unterdessen die Abstimmung von Zielen und Auswirkungen (41 %) sowie der Umgang mit komplexen Assetklassen (37 %).

Lucian Peppelenbos fasst zusammen: „Klimabezogene Investments werden immer ausgefeilter, da zunehmend zukunftsorientierte Daten statt nur CO₂-Emissionen herangezogen werden. Sie sind auch stärker in den finanziellen Anlageerfolg integriert. „Wir als Investment Engineers entwickeln wir auf Grundlage von Daten und Research kontinuierlich Innovationen, um unsere Kunden bestmöglich zu unterstützen.“ (Robeco/mc/ps)

Der Global Climate Investing Survey 2026 von Robeco basiert auf einer von Robeco in Auftrag gegebenen, exklusiv für eigene Zwecke durchgeführten Umfrage unter 300 institutionellen Anlegern und Wholesale-Investoren in Europa, Nordamerika, im asiatisch-pazifischen Raum und in Südafrika. Die Investoren kommen aus einer Vielzahl von Organisationen: Versicherungen, Pensionsfonds, Stiftungen, Staatsfonds, Privatbanken, Dachfonds, Vermögensverwalter, Wirehouse-Broker/Dealer, registrierte Anlageberater, Family Offices und Turnkey-AssetManagement-Anbieter/DFMs. Ihre Grösse reichte von weniger als 1 Milliarde US-Dollar verwaltetem Vermögen (AuM) bis zu über 1 Billion US-Dollar AuM, wobei sich das Gesamtvolumen der gemanagten Assets aller Befragten auf rund 35,8 Billionen US-Dollar belief.
Hier ist der Link zur Climate Survey: www.robeco.com/en-int/insights?cmp=persberichtclimatesurvey

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