Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Gefährlicher Oktober

Shiller-KGV der S&P 500-Werte. (courtesy Robert Shiller)

Von Robert Jakob

Börsianer brauchen jetzt gute Nerven. Es naht der gefürchtete Oktober, jener Monat, an dem es besonders gerne bergab geht. Unvergessen ist der grösste Nachkriegscrash vom 19. Oktober 1987, als der Dow Jones Industrial Average 22,6% seines Wertes verlor – der grösste Tagesverlust seiner Geschichte. Der Kurssturz von vor 22 Jahren übertraf auch jenen vor 90 Jahren am 28. Oktober 1929 (–12,8%), der als Auslöser der grossen Depression Geschichte geschrieben hat.

Bereits im letzten Jahr 2018 rumpelte es zwischen dem 10. und 11. Oktober gewaltig. Von der Eröffnung bis zum Handelsschluss des 10.10. verlor der Dow Jones 843 Punkte, das waren 335 mehr als 1987. Mit 26’441.73 stand der Index jedoch deutlich höher. In Prozent betrug der Verlust nur 3,2 Prozent. Allerdings kamen am nächsten Tag noch einmal 1,7% Verlust hinzu. Das Verlaufstief des Monats lag insgesamt sogar 9,3 Prozent tiefer. Bis zum Jahresende 2018 sollte es nicht bessern.

In denselben Startklötzen
Kurioserweise ist die Nachrichtenlage wieder genau dieselbe wie vor einem Jahr. Schlechte Stimmungsindikatoren bei Firmenentscheidern und Gewinnwarnungen geben sich momentan die Hand. Die Zahlen fallen meist schlechter aus, als selbst von den Analysten gedacht. Seit meinen Warnungen vor genau einem Jahr hat sich nicht viel geändert. Die bekanntesten Börsenindizes treten in den Wonnemonat Oktober mehr oder weniger auf demselben Niveau ein, wie im 2018. Die noch einmal deutlich schlechteren Wirtschaftszahlen wurden in den vergangenen 12 Monaten durch noch einmal deutlich tiefere Zinsen abgefedert. Für den Anleger gab es also erst einmal keinen grossen Schaden. Denn die Kurse blieben noch halbwegs stabil. Aber die Kurs/Gewinn-Verhältnisse nahmen den Aufzug. Das Shiller-KGV als Mass für eine Überbewertung errechnet aus dem Mittelwert der S&P 500 – Aktien liegt bei rund 30 und damit fast doppelt so hoch wie sein jahrzehntelanger Mittelwert von 16,6.

Niedrigzins als fragliches Allheilmittel
Auf das Allheilmittel Niedrigzins sollten sich die Börsianer nicht ewig verlassen. In vielen Sektoren ächzt das Gebälk. Symptomatisch ist beispielsweise die Gewinnwarnung von Pfeiffer Vacuum. Dieser bedeutende Maschinenbauer stellt Vakuumpumpen her, welche für die Produktion von Chips und Elektronikkomponenten häufig in der IT-Branche zum Einsatz kommen. Die Unternehmen zögern nun die Bestellung solcher Investitionsgüter hinaus. Man rechnet mit geringeren Absatzmengen, also mit geringerer Produktion. So folgt eine Branche der anderen, und eine Spirale der sich selbst bewahrheiteten Vorhersagen baut sich auf. Das gab es auch schon mal 1929. Dort folgte nämlich auf eine Erholung der richtige Höllenritt erst in den folgenden beiden Jahren.

Suchen wir doch derweil Trost bei Mark Twain. Der war ein miserabler Börsenspekulant und liess seine Romanfigur „Pudd’nhead Wilson“ im Jahre 1894 frustriert die ironische Weisheit von sich geben: „Oktober, das ist einer der besonders gefährlichen Monate, um am Aktienmarkt zu spekulieren. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Februar.“ Im Jahr zuvor war übrigens der damals noch in den Kinderschuhen steckende Dow Jones Index von rund 50 auf unter 30 Punkte gecrasht. Er erreichte sein Ausgangsniveau erst wieder 1899.

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Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor und arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Wissenschaftler und Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene. Er leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins (einem Tochterunternehmen der NZZ), sondern dortselbst auch das Team der Aktienanalysten.

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