Santander verdient 2021 mehr als vor der Krise

Ana Botín, Group Executive Chairman der Santander Gruppe.

Madrid – Nach einem Milliardenverlust im ersten Corona-Jahr ist die spanische Grossbank Santander 2021 deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Überschuss erreichte 8,1 Milliarden Euro und damit mehr als vor der Krise im Jahr 2019, wie das Institut am Mittwoch in Madrid mitteilte. Im Vorjahr hatte hier wegen drohender Kreditausfälle und hoher Abschreibungen im Ausland ein Verlust von knapp 8,8 Milliarden Euro gestanden. Für das laufende Jahr nimmt sich das Management um Bankchefin Ana Botín weitere Steigerungen vor.

Das Tagesgeschäft warf 2021 so viel ab wie nie zuvor in der Geschichte der Bank: Vor Steuern und Sondereffekten stand ein Rekordgewinn von 15,3 Milliarden Euro zu Buche. Dabei musste Santander mit 7,4 Milliarden Euro immer noch eine Milliardensumme in die Risikovorsorge für drohende Kreditausfälle stecken, 39 Prozent weniger als im Vorjahr. Manche Grossbanken in anderen Ländern konnten zuletzt einen Teil ihrer Risikovorsorge wieder auflösen. Die Deutsche Bank musste immerhin gut 70 Prozent weniger für Kreditausfälle zur Seite legen als 2020.

An der Börse wurden die Nachrichten am Morgen mit einem Kursabschlag quittiert. Die Santander-Aktie verlor in Madrid gut ein Prozent auf 3,13 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat ihr Kurs damit noch um gut sechs Prozent zugelegt. Das Niveau von fast vier Euro aus der Zeit kurz vor der Corona-Krise im Februar 2020 ist aber weiterhin ein gutes Stück entfernt.

Erträge um 4% gesteigert
Dabei konnte Banco Santander die gesamten Erträge im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 46,4 Milliarden Euro steigern. Das Geschäft mit Krediten sei um vier Prozent, das Einlagengeschäft sogar um sechs Prozent gewachsen, hiess es. Dies habe auch den Zinsüberschuss nach oben getrieben.

Banco Santander ist ausser in Europa auch in Nord- und Südamerika stark im Geschäft. Alle drei Regionen trugen mit jeweils rund drei Milliarden Euro ähnlich stark zum bereinigten Gewinn bei.

Wie viel Geld die Bank nun an ihre Aktionäre ausschüttet, soll erst in den kommenden Wochen entschieden werden. Seit September ist bekannt, dass sie etwa 40 Prozent ihres bereinigten Jahresgewinns zu gleichen Teilen als Dividende und in Form von Aktienrückkäufen an die Anteilseigner zurückgeben will. Der bereinigte Gewinn erreichte letztlich 8,65 Milliarden Euro. Mit einer Zwischendividende von 4,85 Eurocent je Aktie und einem Aktienrückkauf sind bereits 1,7 Milliarden Euro an die Anteilseigner geflossen. Das entspricht etwa der Hälfte der insgesamt zu erwartenden Summe.

Erneut höhere Erträge und tiefere Kosten angepeilt
Im neuen Jahr will Botín Erträge und Gewinn der Bank weiter nach oben treiben. Die Erträge sollen um einen mittleren einstelligen Prozentsatz wachsen. Und die Kosten sollen nur noch etwa 45 Prozent der Erträge auffressen, nachdem diese Quote bereits im vergangenen Jahr auf 46,2 Prozent gesunken war. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank hat sich für 2022 eine Senkung von 85 auf 70 Prozent vorgenommen.

Ähnliches gilt für die Rendite auf das materielle Eigenkapital. Bei Banco Santander soll sie von knapp 12 Prozent auf über 13 Prozent in diesem Jahr steigen. Die Deutsche Bank hat sich eine Rendite von 8 Prozent zum Ziel gesetzt – das wäre mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. (awp/mc/pg)

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